· 

Fuerteventura vs. Teneriffa

Eine Entscheidungsfrage an der sich die Geister scheiden... Was ist das lohnenswertere Ziel und warum!?

Fuerteventura oder Teneriffa!?

Warum beschäftigen wir uns mit dieser Frage!?

Zunächst zur Erklärung daher ein kurzes Innehalten und berichten zur Entstehungsgeschichte dieses Eintrags:

 

El Hierro - Fuerteventura - Gran Canaria - La Gomera - Lanzarote - La Palma - Teneriffa

 

Als wir 2013 zum ersten Mal eine Reise auf die Kanaren ins Auge fassten, fiel unsere Wahl eigentlich umgehend auf Fuerteventura.

 

Anfang 2014 wollten wir einen fünfwöchigen Urlaub auf einer der Kanarischen Inseln verbringen, uns ein intensives Bild verschaffen und danach anhand dieser Eindrücke entscheiden ob es für uns in Frage kommen könnte für ein ganzes Sabbatjahr (und vielleicht sogar für immer) auf diese Insel zu gehen.

 

Die Wahl sollte und musste also wohlüberlegt ausfallen...

 

El Hierro, La Gomera und La Palma fielen in dieser Runde raus, weil die eingeschränkte Erreichbarkeit (Flug auf eine andere Insel und dann mit der Fähre weiter anstatt Direktflug) uns für Sabbatjahr oder gar dauerhaftem Leben zu sehr von Nachteil erschien.

Gran Canaria war von vornherein eher ausgeschlossen, da unser (Vorurteils)Bild von Gran Canaria uns Massentourismus, Hotelburgen, Russen (die unangenehme Sorte Russen - mit Goldketten behangen und primitiv), Party-Touristen und ähnlich Schreckliches vors geistige Auge malte.

So blieben schnell nur noch Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa in der Verlosung und die Entscheidung fiel ganz schnell pro Fuerteventura.

 

Während wir umgehend glücklich mit dieser Entscheidung waren, hagelte es von mehreren Seiten Unverständnis...

 

Warum denn ausgerechnet Fuerteventura!?? - Dort ist es immer windig, da ist nichts los, das ist eine total karge Steinwüste und sonst nichts... Um nur einige, der mit einem Kopfschütteln ob unserer Entscheidung einhergehenden Argumente gegen unsere Wahl anzuführen.

 

Wir haben uns davon nicht beirren lassen.

Im Gegenteil: Wir haben unsere Wahl aus tiefstem Herzen verteidigt.

"Da ist nichts los"!? - Soll uns recht sein! Wir suchen eher ein ruhiges Paradies als Lifestyle, Partys und Nachtleben.

"Das ist eine Wüsteninsel"!? - Aber gerne doch! Unser liebster Bundesstaat in den USA ist mit Abstand Arizona und was wir so auf Fotos und Videos von Fuerteventura sahen, erinnerte mitunter durchaus an unseren geliebten Wüstenstaat Arizona.

 

Letztlich haben wir dann unseren 5wöchigen Winterurlaub Anfang 2014 auf Fuerteventura verbracht und sind danach bereits im Juni 2014 für besagtes Sabbatjahr mit Verlängerungsoption mit Sack und Pack ganz auf die Insel gezogen.

 

Wir können also mit Fug und Recht behaupten Fuerteventura-Kenner zu sein...

 

Bekanntlich sind wir nach dem Sabbatjahr zurück nach Deutschland gekommen, aber das steht auf einem anderen Papier.

 

Auf jeden Fall waren wir im Frühjahr 2017 erneut für einige Wochen auf Fuerteventura und kurze Zeit später im Sommer 2017 erstmals auf Teneriffa.

 

Zwangsläufig drängen sich da Vergleiche auf und genau darum geht es hier diesmal...

 

An dieser Stelle hinterlasse ich dann gleich mal einen kleinen Gruß an Sani & Richi vom befreundeten Reiseblog Salty Toes (den ich euch im Oktober hier noch unter der Kategorie "Blog-Tipps zu anderen Reise-Blogger-Seiten" etwas mehr anpreisen werde!)!

 

Als ich kürzlich bei Facebook ein paar Fotos auch von unserem Teneriffa-Urlaub gepostet habe, kam von den Beiden per Messenger die begeisterte Nachricht: "Tolle Bilder habt ihr von Irland und Teneriffa - auch meine Favoriten!" 

Uff... Ich antwortete, dass ich gerade an diesem Blog schreibe und sie die frische Freundschaft hoffentlich nicht gleich wieder verteufeln werden, denn in diesem Blogbeitrag wird Fuerteventura so etwas von klar obsiegen... 

Na, die Antwort macht Hoffnung auf Fortbestand der Freundschaft: "Haha, macht ja nichts! Ist sicher interessant zum Lesen!"...

 

Hm, damit habe ich das Ergebnis jetzt schon verraten... Sorry!

Aber ich hoffe, dass das Ergebnis eher neugierig macht und ihr nun Lust habt zu lesen und zu sehen, warum wir Fuerteventura immer Teneriffa vorziehen würden...

 

Wir haben uns dabei auf die Aspekte fokussiert, die uns auf Reisen wichtig sind:

Kategorie 1 - Insel-Feeling

 

Das Bild für diese Kategorie oberhalb suggeriert so ein "Robinson Crusoe"-Insel-Feeling.

 

Na ja, wir leben im 21. Jahrhundert und damit in einer globalisierten Welt. Es ist schon verdammt schwer heute noch eine Insel zu finden, die Robinson Crusoe-Gefühle aufkommen lässt, erst recht im überbevölkerten Europa.

 

Und doch ist das etwas, dass wir suchen. Wenn wir auf einer Insel sind, dann möchten wir auch das Gefühl haben auf einer Insel zu sein - mit allgegenwärtigem Meer, mit (möglichst paradiesischen) Stränden, mit Natur pur frei von Industrie, mit so wenig Massentourismus wie möglich, mit einem stressfernen Easy Going-Lifestyle u.s.w..

 

Wie sehr wir diesem Ideal auf Fuerteventura nahe gekommen sind, ist uns so richtig erst bewusst geworden während unseres Urlaubs auf Teneriffa.

 

Auf Teneriffa haben wir leider wenig von dieser Wunschvorstellung vorgefunden.

 

Das allgegenwärtige Meer... -

Das Meer war auf Teneriffa nicht allgegenwärtig.

Wir sind wirklich kreuz und quer auf der Insel unterwegs gewesen, aber so wirklich wahnsinnig viel haben wir auf den Fahrten das Meer nicht gesehen. Obwohl sichtbar rauscht es so ein wenig an einem vorbei, wenn man auf der weit verbreiteten Autobahn mit entsprechendem Tempo unterwegs ist. Es gibt halt (durchs ausgeprägte Landesinnere) viele Strecken auf denen das Meer gar nicht sichtbar ist. Und an manchen Stellen, an denen man das Meer eigentlich sehen könnte, verdecken Hotel- und Apartmentanlagen den Blick darauf.

Fuerteventura hingegen lässt einen eigentlich auf jeder Strecke, auf jeder Tagestour, das Meer sehen.

Von Vorteil ist hier für Fuerteventura die Form der Insel.

Mit 1.660 Quadratkilometern (Fuerteventura) und 2.034 Quadratkilometern (Teneriffa) sind die beiden Inseln annähernd gleich groß. Während aber Fuerteventura eine langgezogene, sehr schmale Insel ist (an der breitesten Stelle ist Fuerteventura gerade einmal 31 km und an der engsten Stelle (auf Höhe Pared) nur sage und schreibe 5 km breit), ist Teneriffa mit seiner weitgehend runden Form alles andere als schmal.

Selbst bei einer Tour ins Inselinnere kommt man auf Fuerteventura daher ganz schnell auch wieder in den Genuss von Meerblick.

Das Autobahnnetz auf Teneriffa ist ziemlich groß - ein Autobahnring führt inzwischen mehr und mehr fast um die ganze Insel, auf Fuerteventura gibt es noch immer nur eine einzige Nord-Süd-Autobahn, die aber ewige Zeiten nur auf einem klitzekleinen Abschnitt im Süden der Insel existierte und erst seit kurzem dort etwas länger geworden ist und nun auch auf einem kleinen Abschnitt des Nordens existiert. In der Mitte der Insel gibt es über eine lange, lange Strecke weiterhin überhaupt keine. Wer schnell unterwegs sein will, ist mithin (theoretisch!!! - dazu komme ich gleich noch) auf Teneriffa besser aufgehoben, fürs Inselfeeling ist ein dichtes Autobahnnetz aber eher kontraproduktiv.. 

 

wenig Massentourismus... -

Fuerteventura haben wir zu allen Saisonzeiten erlebt, Teneriffa zugegebenermaßen nur am Rande der Peak-Saison, also kurz bevor in Spanien und dem Rest von Europa die fast flächendeckenden Sommerferien zu einem sprunghaften Anstieg der Touristenzahlen führen.

Na ja, aber diese Saison haben wir ja auch auf Fuerteventura erlebt - wir können also vergleichen.

Und vergleichen kann man auch die nackten Zahlen: 

Wie ich vorhin schon geschrieben habe - die beiden Inseln sind fast gleich groß. Auf der also fast gleichen Inselfläche tummeln sich auf Fuerteventura ca. 1.6 Millionen Touristen im Jahr, auf Teneriffa aber 5,4 Millionen. Obwohl nur gleich groß, muss man sich Teneriffa also sozusagen mit etwas mehr als dreimal so vielen Touristen teilen wie Fuerteventura.

Zudem leben auf Teneriffa rund achtmal (!) soviel Menschen wie auf der quasi gleich großen Insel Fuerteventura:

Teneriffa hat rund 890.000 Einwohner, Fuerteventura indes nur rund 110.000.

Oh, und dieses Plus an Touristen und Einwohnern merkt man auch...

In alles in allem 12 Monaten Fuerteventura haben wir nicht ein einziges Mal (!) im Stau gestanden, in 2 Wochen Teneriffa bestimmt ein Dutzend mal in Stau oder zumindest Stop and Go! Genau deshalb schrieb ich eben auch vom nur theoretischen Vorteil in Sachen schneller Fortbewegung durch das besser ausgebaute Autobahnnetz auf Teneriffa - was nutzt einem ein Plus an Autobahn, wenn man im Stau steht!?...

Und Stau und Autos, Autos, Autos lassen auch wenig vom Robinson Crusoe-Insel-Feeling aufkommen.

Gleiches gilt für so frustrierende Momente, an denen man sein Ziel in die Tonne schmeißen muss, weil man schlicht und ergreifend keinen Parkplatz findet.

Wir hatten uns im Vorwege über "Happy Cow" (siehe Verlinkung unter "Eat" hier!) schöne vegane oder vegetarische Restaurants rausgesucht, mussten aber mehrfach den geplanten Restaurantbesuch canceln, weil es in einem durchaus großen Umkreis einfach partout keine Parkplätze gab. Gleiches passierte uns beim Versuch eine abgelegene Küstenwanderung zu machen - der erste freie Parkplatz fand sich mehr als 2 km vom Startpunkt der Wanderung entfernt - 2 km direkt entlang einer Landstraße latschen um überhaupt an den Ausgangspunkt der eigentlichen Wanderung zu gelangen!? - Das ist frustrierend und wenig paradiesisch.

Noch mehr Beispiele gegen Teneriffa in Sachen Massentourismus gefällig!? -

Kreuz und quer über die Insel springen einen überall riesige Werbetafeln für die diversen Freizeitparks an, darunter der in Sachen Tierwohl katastrophale Loro Parque. Wenn man an das Leid insbesondere der Delfine und Orcas denkt, dann kommt einem das, mit Verlaub, Kotzen, wenn man tagtäglich die selbstbeweihräuchernde Werbung vor den Latz geknallt bekommt.

Und rund um die wenigen nennenswerten Strände drängen sich Hotel- und Apartmentanlagen - vielleicht nicht ganz so schlimm wie an manchen Abschnitten des spanischen Festlandes, aber schön geht definitiv anders! An Dutzenden von Orten auf Teneriffa...

Auf Fuerteventura hingegen wird der eine einzige existierende Freizeitpark (der in Sachen Tierwohl zweifelsohne auch nicht toll ist, aber wenigstens nicht auch noch Orcas quält) nicht flächendeckend und so aufdringlich beworben und typische optisch schreckliche Massentourismus-Orte gibt es eigentlich mit Jandia und Costa Calma auf der ganzen Insel nur zwei und die liegen auch noch etwas ab vom Schuss im tiefen Süden der Insel.

 

Hm, was habe ich oben in Sachen "Insel-Feeling" noch aufgezählt!?... - Ach ja, paradiesische Strände, Natur pur und

Easy Going-Lifestyle...

Zu den Stränden und der Natur komme ich ja gleich noch unter gesonderten Kategorien...

Daher will ich an dieser Stelle nur noch ein oder zwei Gedanken zum Easy Going-Lifestyle loswerden...

 

Easy Going-Lifestyle... - 

Der Punkt ist eigentlich schnell abgehandelt, weil durch das Vorstehende im Grunde genommen schon erklärt.

Mitunter erschlagen von Menschen- und Automassen, ständig konfrontiert mit Touri-Werbung und vereinzelt frustriert, weil man mangels Parkplatz das nicht machen kann was man gerne machen möchte - das alles stresst und Stress und Easy Going... - das geht halt nicht zusammen!

Zudem fehlt uns auf Teneriffa der klassische Surfer-, Hippie- oder Künstlerort. Wir lieben diese kleinen verschlafenen Orte, an die Zeit stehengeblieben zu sein scheint... Wir lieben diese kleinen Kolonien, in denen sich in ausgeprägtem Maße Künstler oder Surfer oder eben auch, ja, spirituelle, naturverbundene Menschen niedergelassen haben. An diesen Orten scheint alles so einfach, so klar, so offen, so bewusst...

Auf Fuerteventura lieben wir Lajares und El Cotillo wegen genau dieses Flairs...

Auf Teneriffa haben wir keinen solchen Ort gefunden (am Ehesten hat noch El Médano etwas von einem typischen Surfer-Ort, aber da sich hier vor allem Wind- und Kite-Surfer tummeln, die für uns vom Typ her tendenziell anders und weniger relaxt unterwegs sind als "echte" Surfer, ist auch El Médano nur zweite Wahl).

 

FAZIT INSEL-FEELING

FUERTEVENTURA 1 - TENERIFFA 0

insgesamt: 1 - 0

 

Kategorie 2 - Strände

.Ich lasse an dieser Stelle einfach zunächst mal kurz Bilder sprechen:

Die erste kleine Bildergalerie zeigt Strandabschnitte auf Teneriffa, die zweite Strandabschnitte auf Fuerteventura!

Hm, muss ich noch viel sagen bzw. schreiben!?!?

Eigentlich nicht, oder!?!

Na, aber ein wenig möchte ich es doch ergänzend:

 

Auf Fuerteventura gibt es kilometerlange weiße Sandstrände, dunkle Sandstrände, versteckte einsame Buchten, Dünen und und und...

 

Auf Teneriffa gibt es viel weniger Strände und die, die es gibt sind künstlich aufgeschüttete Sandstrände umrahmt von Massentourismus, Strände mit Steinen anstatt Sand als Unterlage zum Liegen oder einem Freibad ähnliche Pools, wo man dann auf Gehwegplatten liegen muss...

 

Teneriffa hat also ein deutliches Minus an Stränden und (siehe oben) gleichzeitig ein sattes Plus an Einwohnern und Touristen.

Folglich steht man auf Teneriffa auch in der Nebensaison schnell vor der Frage - schöner, aber arg voller und zugebauter Touristen-Strand oder unbequem auf Steinen liegen!?

Auf Fuerteventura hingegen hat man die freie Wahl in Sachen Strand und kann ohne Weiteres selbst in der Hauptsaison wunderschöne Strände fast allein genießen!

  

Es ist ja alles eine Frage des Geschmacks, aber für uns ist so etwas wie in den folgenden zwei Beispielen einfach unerträglich:

Beispiel 1:

Anlässlich einer Whale Watching-Tour hat es uns in den Ort Puerto Colón an der Costa Adeje verschlagen. Wir hatten noch etwas Zeit bis zur Abfahrt und schauten uns mal den Ortsstrand an.

Fünf Minuten am Rande des Strandes haben uns gereicht!

Der Sand der künstlich aufgeschütteten Badebucht ist schön, aber das war es dann auch schon. Gut 50 % der Wasserfläche der Badebucht waren von Plastik-Schwimminseln etc. belegt. Das ist vielleicht ganz praktisch, wenn man mit Kindern da ist, aber optisch fast Schmerzen auslösend.

Der Strand selbst war vollgepflastert mit Liegen, Sonnenschirmen und Menschen.

Und wenn ich ehrlich sein darf - viele der Menschen dort waren nicht von dem Schlag Menschen, den ich gerne um mich habe.

Die Krönung des Ganzen: Schon nachmittags um 16.30 Uhr wurde die gesamte Bucht von Musik aus einer der zahllosen umliegenden Bars zugedröhnt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten und das insbesondere auch beim Thema Musik. Aus dieser Bar lärmte auf jeden Fall nöliger 60s Rock'n'Roll, der nach schlechtem Elvis-Imitator klang - ich fühlte mich akustisch misshandelt.

Beispiel 2:

Die euphorischen Texte in Reiseführern, die von "Karibik-Feeling pur" auf den Kanaren schwärmten, veranlassten uns eine längere Fahrt zum Strand "Playa des Las Teresitas" nahe der Hauptstadt Santa Cruz zu unternehmen.

Mindestens gemessen an der geschürten Karibik-Erwartung war die Enttäuschung epochal! 

Ja, der künstlich aufgeschüttete, breite Strand hat schönen Sand und es stehen auch ein paar Palmen herum - immerhin... Aber gemessen an vielen der Strände, die wir auf den Bahamas genießen durften, war der Strand eben doch sehr touristisch und nicht gerade wenig besucht. 

Was aber wirklich jeglichen Anflug von Karibik und Strandidylle zu Nichte machte: auf dem Meer unweit des Ufers wimmelt es von Bohrinseln! Was für ein desaströser Anblick! Zwar sind die Bohrinseln nicht in Betrieb, sondern warten auf ihre Verschrottung im nahen Hafen von Santa Cruz, aber das ändert nichts am tödlichen und nicht ausblendbaren Industrie- und Umweltzerstörungsanblick:

Kurzum: Wer so etwas mag - bitteschön - ab nach Teneriffa... Wir aber verabscheuen diese Art von Urlaub...

 

FAZIT STRÄNDE:

FUERTEVENTURA 1 - TENERIFFA 0

insgesamt: 2 - 0

Kategorie 3 - Surfen/Wassersport

In der Kategorie Surfen/Wassersport geht es für uns vor allem um folgende Aktivitäten:

- Surfen ("Wellenreiten" - kein Windsurfen, kein Kitesurfen)

- Bodyboarden

- SUP (Stand Up Paddeling)

- Kayak fahren

- Schnorcheln.

 

Die Frage nach dem "Warum" erklärt sich leicht - das sind genau die Aktivitäten auf dem Wasser, die wir tatsächlich mehr oder weniger gut praktizieren.

 

Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und beginnen mit dem Schnorcheln.

Außerordentliche Schnorchel-Paradiese sind sicher beide Inseln nicht, da findet man in ferneren Ecken der Welt (Karibik und Co.) schon ganz andere Unterwasser-Paradiese mit ungleich mehr Artenvielfalt, Korallenriffen u.s.w. als auf den Kanaren.

Trotzdem lohnt es sich die Schnorchel-Ausrüstung mitzunehmen - nach Teneriffa und nach Fuerteventura. Auf beiden Inseln gibt es ein paar Spots, an denen das Schnorcheln durchaus Sinn und Spaß macht. Nur allzu exotisch und allzu überbordend farbenfroh ist es halt nicht.

Die Schnorchel-Spots auf Fuerteventura stellen wir euch im Dezember 2017 vor, wenn wir in einem ausführlichen Blog-Eintrag so eine Art kleinen Reiseführer zu "unserem" Fuerteventura veröffentlichen.

Hier und heute können wir kurz festhalten, dass es in Sachen Schnorcheln ein Remis zwischen Teneriffa und Fuerteventura gibt.

 

Ähnlich sieht es aus, wenn man mit dem Kayak oder dem SUP aufs Wasser will - auf beiden Inseln ist es gleich gut möglich.

Beides ist im Grunde genommen sehr gut vergleichbar - beim Kayak sitzt man im Boot und paddelt, beim SUP steht man auf dem (speziellen) Surfbrett und paddelt im Stehen oder kniend (etwas leichter in Sachen Kraft und Gleichgewicht und daher zwischendurch mal eine willkommene Abwechslung).

Für Profis geht es mit dem Kayak in Stromschnellen und mit dem SUP durchaus direkt in die Wellen.

Wenn man diese beiden Wassersportarten (so wie wir) freizeitmäßig betreibt, dann sucht man eher ruhigere Gewässer.

Insofern können Wind und Wellen den Spaß in Sachen Kayak und SUP schon gerne mal vermiesen, aber es gibt ja auch viele ruhige Tage... - auf beiden kanarischen Inseln.

 

So bleiben in punkto Wassersport das Bodyboard und das Surfboard übrig und genau hier fällt die Entscheidung zugunsten Fuerteventuras!

Während man als Freizeitsportler in Sachen Kayak und SUP eher die ruhigen Fahrwasser sucht, gehören zum Bodyboarden und Surfen schon gute Wellen dazu.

Ähnlich wie eben bei Kayak und SUP ist auch hier der Unterschied eigentlich fast nur die Haltung - mit dem kleinen Bodyboard rauscht man liegend in die Welle (und hat zum Schwung holen spezielle Flossen an) und mit dem Surfbrett folgt man ihr stehend.

Wie eben schon geschrieben - ohne vernünftige Wellen geht nichts.

Nun, Wellen und damit von der Natur her gute Bedingungen gibt es auf beiden Inseln.

Bei richtig guten Surfern hat trotzdem Fuerteventura etwas die Nase vorn, einfach weil es auf Fuerteventura doch auch einige sehr gute Spots für Fortgeschrittene gibt.

Und auch für uns Freizeitsportler und/oder Anfänger bietet Fuerteventura das bessere Erlebnis.

Auf Fuerteventura lernt man das Surfen an größtenteils wunderschönen und doch recht einsamen Stränden. Man surft direkt auf den Sandstrand zu. Und genau an diesen Stellen startet man dann auch nach dem Kurs ins Surferleben.

Auf Teneriffa habe ich oft Surfer an Spots im Wasser gesehen, wo ich einfach dachte: "Ihr tut mir leid!"... - Na ja, entweder war es reichlich voll am und um den Spot herum oder sehr oft endeten die Wellen eben nicht sanft an der schönen (und sicheren) Kulisse eines Sandstrands, sondern an einer Mauer oder an Klippen.

FAZIT SURFEN/WASSERSPORT:

FUERTEVENTURA 1 - TENERIFFA 0

insgesamt: 3 - 0

Kategorie 4 - Wetter

Diese Kategorie ist schnell abgehandelt.

Egal welche Insel - die Kanaren gelten nicht zu Unrecht als "Inseln des ewigen Frühlings"!

Es regnet nur sehr selten und die Temperaturen sind selbst in den kältesten und den wärmsten Monaten frühlingshaft bis frühsommerlich.

 

Vergleichskategorien Fuerteventura   Teneriffa                               
Regentage 35 Tage im Jahr 35 Tage im Jahr
kühlster Monat 14-20 Grad im Januar 14-20 Grad im Januar
wärmster Monat 20-29 Grad im August 21-29 Grad im August
Wassertemperatur 17-22 Grad ganzjährig 17-22 Grad ganzjährig

 

Das sind natürlich langjährige Durchschnittswerte! - Ausnahmen bestätigen sozusagen die Regel.

Wir hatten auf Fuerteventura einen Winter, in dem die Wassertemperatur fast überhaupt nicht unter die 20 Grad-Marke fiel und wenn Calima aufzieht (eine besondere Wetterlage mit warmem, trockenem Wind aus Osten voller Sandstaub) kann es kurzzeitig plötzlich auch mal 40 Grad heiß werden - auf beiden Inseln.

 

In der Regel aber haben beide Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings" verdient und findet sich kaum ein wahrnehmbarer Unterschied zwischen ihnen (von kleinen Ausnahme abgesehen - Fuerteventura kann mitunter windiger sein, auf Teneriffa können (im Norden) tiefhängende Wolken die Sonne mal für längere Phasen verschwinden lassen u.s.w.).

 

Ein Unentschieden ist in dieser Kategorie deshalb logische und faire Konsequenz.

FAZIT WETTER:

FUERTEVENTURA 1 - TENERIFFA 1

insgesamt: 4 - 1

Kategorie 5 - Natur/Wanderung

Hier scheiden sich ganz sicher die Geister und ich kann nachvollziehen, wenn manch einer an dieser Stelle mit Blick auf das hier verteilte Unentschieden erstmals den Kopf schüttelt!

 

Teneriffa bietet eine sehr abwechslungsreiche Landschaft - geprägt von Meer und Küstenabschnitten, aber eben auch von Wäldern und wirklichen Gebirgshöhen.

Kaum verwunderlich gilt Teneriffa deshalb bei nicht wenigen als Wanderparadies.

 

Und in der Tat besticht Teneriffa durch eine Vielzahl an schönen und unterschiedlichen Wanderungen - von der Küstenwanderung bis hin zu alpinen Wanderungen bis zu einer Höhe von rund 3.700 Metern (Teide-Gipfel).

 

Ich kann ganz offen zugeben - die Wanderoptionen waren es letztlich auch, die uns den Urlaub auf Teneriffa im Juni 2017 gerettet haben!

Ohne sie wären wir satt frustriert in den Flieger zurück nach Deutschland gestiegen, so aber hatten wir definitiv einige unvergessliche Erinnerungen im Gepäck.

 

Übrigens - eine der schönsten Wanderungen auf Teneriffa - die Wanderung in der Masca-Schlucht - werden wir euch hier im Verlaufe des November ausführlicher vorstellen!!!

 

Kurzum: Einen Punkt für den Bereich Natur/Wanderung hat sich Teneriffa redlich verdient.

 

Auf Fuerteventura indes ist für deutlich weniger Abwechslung gesorgt - das beginnt schon mit dem fehlenden Gebirge. Wenn man auf Fuerteventura unterwegs ist, dann sind die Gipfel teilweise beeindruckend, aber wirklich hoch sind sie nicht (der höchste "Berg" auf Fuerteventura ist nur 827 m hoch!). 

Und während sich im Landesinneren von Teneriffa durchaus sehr viel Grün zeigt, ist Fuerteventura tatsächlich fast über die ganze Insel hinweg eine Steinwüste.

Das ist nicht für jedermann attraktiv. Wir mögen diese karge Landschaft sehr, aber mein Bruder beispielsweise sagte bei Besuch und Anblick der halbwegs grünen ehemaligen Inselhauptstadt Betancuria: "Ganz ehrlich - hier in Betancuria käme ich klar! Aber der Rest der Insel wäre mir dann auf Dauer doch zu frei von Grün!"

 

Trotzdem gibt es auch auf Fuerteventura großartige Wanderungen.

 

Eine der schönsten Wanderungen auf Fuerteventura - die Wanderung nach Cofete - werden wir hier ebenfalls im Laufe des November ausführlich vorstellen!!!

 

Und - auf Fuerteventura sind Meer und Küstenabschnitte weit präsenter und vielerorts schöner als auf Teneriffa.

 

Da man zudem auf Fuerteventura sein Wandererlebnis mit deutlich weniger Menschen als auf Teneriffa teilen muss, habe ich mich auch hier für ein Unentschieden entschieden!

Aber wie gesagt - ich kann verstehen, wenn jemand hier ein 1-0 für Teneriffa sieht...

FAZIT NATUR/WANDERUNG

FUERTEVENTURA 1 - TENERIFFA 1

insgesamt: 5 - 2

AND THE WINNER IS...: FUERTEVENTURA!!!

(alle nicht von uns gemachten Fotos und Animationen sind der Seite pixabay.com entnommen - als lizenzfreie Creative Commons CC0)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0