· 

Weltreise - Für wen!? 1 - Die richtige Persönlichkeit

Weltreise... - keine Arbeit, kein Stress, exotische Länder und Kulturen, Traum-Strände, Sonne, Sonne, Sonne, Abenteuer, Selbstverwirklichung...

Es gibt so viele romantische Aspekte, die wohl die meisten im allerersten Moment mit einer Weltreise assoziieren.

 

Und doch brechen nur die Wenigsten irgendwann auf um tatsächlich um die Welt zu reisen.

 

Weltreise... - das bedeutet eben auch:

Alles hinter sich lassen...

Eine buchstäbliche Reise ins Ungewisse antreten...

Jeden Tag im Hier und Jetzt ohne all zu viele Gedanken an Sicherheit und mittelfristige Zukunft...

Die wahren Kosten sind im Voraus eher schwer kalkulierbar...

Es gibt keinen festen, bis ins letzte Detail vorgebuchten, Reiseplan...

Anders als bei einem normalen Urlaub oder gar einer Pauschalreise muss und will man sich über Monate oder Jahre hinweg jeden Tag und immer wieder aufs Neue auf fremde Kulturen, auf fremdes Essen, fremde Lebensweisen und Bedingungen einlassen...

Man wird in den hintersten Ecken der Welt landen - manchmal ohne wirkliche touristische Struktur, manchmal vielleicht sogar in vermeintlich unsicheren Regionen... 

 

Wenn ich das gerade so lese, dann denke ich: So muss sich Christopher Columbus in vielerlei Hinsicht gefühlt haben...

 

Nun werden wir gewiss nicht als Entdecker in die Geschichte eingehen, aber ein Abenteuer zumindest ist eine Weltreise auch heute noch.

 

Und genau deshalb ist eine Weltreise für sehr viele im zweiten Moment dann doch eher eine befremdliche Vision, für manche immerhin ein Traum, den sie aber lieber nie verwirklichen werden und nur für einige wenige ein Realität gewordener Traum.

 

Ich denke, es gibt gewisse begünstigende Bedingungen und Voraussetzungen für eine Weltreise. 

Mit diesen Aspekten muss man sich im Vorwege intensiv auseinandersetzen und um genau diese Voraussetzungen soll es deshalb auch hier zu Beginn gehen...

 

Warum also sind gerade wir gute Kandidaten für das Abenteuer Weltreise!?...

 

 

WIR - ALS INDIVIDUUM UND ALS PAAR

 

Am Anfang ist da immer ein großer Traum...

Am Anfang sind da Emotionen und Phantasien...

Und im Falle von Stephie und mir glücklicher Weise auch stets großer Einklang bezüglich dieser Träume, Emotionen und Phantasien.

Eine Idee wird geboren...

Es beginnt die Zeit des Brainstormings...

Jeder für sich beginnt zu recherchieren und zeigt dem Anderen seine Fundstücke. Jeder taucht ab in sich selbst und berichtet dem Anderen von seinen Gedanken und Vorstellungen.

Die Einflüsse kommen insofern plötzlich aus unterschiedlichsten Richtungen und Quellen und vor allem aus uns Beiden.

Fahrradtouren entlang des Deiches hier bei uns in Sandstedt und Umgebung sind bei uns dabei häufig willkommene Ruhemomente um uns intensiv auszutauschen.

Und am Ende stehen wir eigentlich stets mit uns selbst und einander im Einklang und sind bereit zum Abenteuer, bereit zum gemeinsamen Aufbruch zu neuen Ufern...

Wer uns besser kennt, der verbindet mit uns schon seit ewigen Zeiten sicherlich eine gewisse Rastlosigkeit, die sich z.B. in vielen Umzügen, in immer wieder einmal der einen oder anderen großen Überraschung in der Lebensplanung und unbedingt auch in unserer Leidenschaft fürs Reisen widerspiegelt.

 

Hm, vielleicht liegt es an unserer Sternzeichen-Konstellation!?...

Nun glaube ich ja nicht wirklich daran, aber es ist schon erstaunlich, was man so über die Kombination Schütze + Schütze liest:

"Egal was Schütze und Schütze als Partner zusammen machen - ihnen ist nie langweilig miteinander. Sie sind weltoffen und großzügig. Immer und immer wieder planen sie etwas Spannendes zusammen. Es treibt sie in die weite Ferne und deshalb verreisen sie gemeinsam für ihr Leben gern."

Pah, das sitzt! - Wenn das nicht auf uns zutrifft, dann weiß ich auch nicht mehr...

 

Insofern ist es kein Wunder, dass wir außer im Miteinander bis heute nirgends dauerhaft heimisch geworden sind...

Lübeck, Hamburg, Freiburg, Köln, Fuerteventura, jetzt Sandstedt hier zwischen Bremen und Bremerhaven als Wohnorte...

Jedes Jahr soviel wie möglich auf Reisen...

 

Wir haben uns schon in jungen Jahren (Heirat mit 18, bzw. 19 Jahren) auf uns als Partner festgelegt, aber in allen anderen Belangen des Lebens sind Stillstand, Kontinuität und Gleichförmigkeit eher ein Schreckensszenario für uns.

 

Ich glaube, unsere wirklich guten Freunde schätzen uns dafür, unsere Eltern indes wünschten und wünschen sich sicherlich mitunter doch etwas mehr Ruhe im Karton...

Außenstehende reagieren mitunter sogar irritiert...

Unvergessen ist da die Anekdote, dass uns einst jemand tatsächlich ernsthaft unterstellte ein Geheimnis zu verbergen! - Diese Umzieherei, dieses relativ abgeschottete Leben... - da stimme doch etwas nicht... Ich habe damals spontan geantwortet: "Ja, ok - erwischt! Wir sind eine Schläferzelle der RAF, aber bitte nicht weiter verraten!" Und Schluss war...

 

Aber zurück zum eigentlichen Thema... - zurück zum Reisefieber...

 

Für einen langen Zeitraum von etwas mehr als 15 Jahren haben wir uns beim Reisen in Sachen Destination ziemlich (na ja, fast untertrieben) festgelegt - Jahr für Jahr ging es in die unterschiedlichsten Ecken der USA.

Nun gut, die USA sind ein riesiges und immens vielfältiges Land - ständig wieder in die USA - das ist insofern kein Widerspruch zur beschriebenen Rastlosigkeit und zur Gegenwehr gegen alles Festgefahrene.

Auch in den rund 15 Jahren USA-Urlaub haben wir unsere Art zu reisen und unseren Fokus immer wieder verändert...

Und wie die "kleine" Auswahl an USA-Urlaubsfotos unschwer zeigt - auch wir haben uns verändert...

Wir sind da mit dem Reiseziel USA gemeinsam durch viele Jahre gegangen und gemeinsam, nun ja, älter geworden...

Jetzt bitte nichts falschen sagen! - "Älter" - ja... Aber noch nicht "alt"!...

 

So sehr wir unsere Reisen in die USA geliebt haben - andererseits blieb für andere Ziele auf der Welt so über fast 2 Jahrzehnte hinweg nicht viel übrig - weder im Geldbeutel noch an Urlaubstagen...

Klar - wir waren in Deutschland unterwegs, haben europäischen Großstädten einen Kurzbesuch abgestattet und gerade in unserer Freiburg-Zeit ging es auch immer wieder mal nach Italien, aber vielmehr war nicht drin.

 

Erst so um 2010 herum haben wir unseren Reisehorizont wirklich spürbar erweitert - in den letzten Jahren waren wir sechsmal kreuz und quer in England, in Australien, in Südfrankreich, in Portugal, in Andalusien, auf den Bahamas, in Irland, in Dänemark, ja, sogar auf Mallorca und viermal auf den Kanaren (bis hin zu einem kompletten Sabbatjahr auf Fuerteventura).

 

Das Sabbatjahr auf Fuerteventura, bei dessen Antritt wir nicht ausgeschlossen hatten für immer zu bleiben, war dabei definitiv eine Zäsur und eine gewichtige Grundlage für unser heutiges Reiseverhalten und unsere aktuellen wilden Reiseplanungen...

 

Natürlich... - auch an den USA hat uns immer vor allem auch die große Weite fasziniert - irgendwie vermag die in vielen Teilen ausgeprägte, scheinbar unendliche Weite des Landes ein Gefühl von Freiheit zu vermitteln. Zurück im eng bebauten, gemessen an der Fläche doch arg überbevölkerten, Deutschland, schnürte es uns bildlich gesprochen stets erst einmal für eine Weile etwas die Luft ab.

 

Der Drang nach einem tiefen Gefühl von Freiheit war immer schon da und auch immer Teil unserer Erlebniswelt auf Reisen.

 

Aber erst in dem Jahr auf Fuerteventura hat sich dieses Gefühl manifestiert und seine Erdung gefunden.

Mehr oder weniger ganzjährig wärmende Sonne, übers ganze Jahr hinweg weitgehend einsame Strände mit Badetemperatur vor der Tür, nie, wirklich nie, im Stau stehen, nie erschlagen von Menschenmassen, frei von beruflichen, gesellschaftlichen und terminlichen Verpflichtungen ganz selbstbestimmt über seinen Tagesablauf entscheiden, kein Wecker, der einen aus dem Schlaf reißt, ein eher einfaches Leben, in dem man sich primär an der Natur erfreut, eins sein mit dem Meer beim Surfen, Schnorcheln oder Kayak fahren, in ausgewählten Lokalen mit Einheimischen und Gleichgesinnten sitzen anstatt All-Inclusive-Horror mit Armbändchen in irgendeiner abgeschotteten Touri-Festung durchziehen u.s.w....

Ich könnte die Reihe fortsetzen, aber ich glaube es ist schon mit dieser kleinen Aufzählung klar geworden was gemeint ist...

 

Wir sind schon immer gerne gereist, wir haben uns schon immer auch beim Reisen verändert und weiterentwickelt, aber erst seit Fuerteventura sind wir "angekommen"...

 

Angekommen waren wir auch auf Fuerteventura, aber für immer geblieben sind wir dann vorerst dort doch nicht.

Zum einen muss ich zugeben, dass es mir damals schwer fiel unseren eigentlich längst erwachsenen Sohn und seine Freundin nach dem zweiten Besuch bei uns auf der Insel wieder so mir nichts dir nichts in den Flieger steigen zu lassen. Irgendwie hatte ich das innere Bedürfnis vorerst doch noch weiter in seiner Nähe zu sein.

Zum anderen hatten wir ein wenig die Sorge, dass wir uns mit dem Leben auf Fuerteventura anderer Reiseoptionen berauben könnten.

Was ich damit meine!? - Na ja, mein guter Freund Nils sagte damals mal (als wir einen Urlaub planten): "Hä!? Wieso plant ihr eine Urlaubsreise!? Ihr wohnt doch jetzt dort wo Andere Urlaub machen!"

Tatsächlich ist ein Leben im Paradies in dieser Hinsicht ein wenig gefährlich.

Hier in Deutschland hat fast jeder irgendwann den Herbst- oder Winter-Blues, sehnt sich nach Sonne und Wärme und denkt folgerichtig ans Verreisen. Diese Initialzündung fehlt bei einem Leben im ewigen Frühlings Fuerteventuras und so läuft man schon Gefahr ein wenig bequem zu werden was das Reisen angeht.

 

Aus diesen zwei Gründen, und sicherlich noch so manchem kleineren Grund, sind wir dann letztlich nach gut einem Jahr doch nach Deutschland zurückgekommen. Wir haben Fuerteventura und auch unseren vorherigen Wohnort Köln hinter uns gelassen und haben uns ein kleines Häuschen hinterm Deich in der Nähe von Bremen gekauft - eben deshalb, weil unser Sohn und seine Freundin inzwischen in Bremen zu Hause sind.

 

Der Zukunftsplan zum Zeitpunkt der Rückkehr im Frühjahr 2015 war es i.d.R. das Sommerhalbjahr hier in Deutschland zu verbringen und im Winterhalbjahr für 3 bis 6 Monate auf Reisen zu gehen - mal zurück auf die Kanaren, ein anderes Jahr auf zu neuen Ufern in der Ferne...

 

Im kommenden Winter wird es auch ganz der Planung nach laufen - für 3 Monate geht es nach Thailand und Malaysia.

 

Doch dann soll es zumindest eine Unterbrechung des Rhythmus geben - denn inzwischen ist der Wunsch groß für einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren auf Weltreise zu gehen.

 

Soweit ein kleiner Überblick über unser Reise-Verhalten der letzten rund 25 Jahre.

 

Tja, nun also eine Weltreise...

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir überzeugt sind der richtige Schlag Mensch für eine Weltreise zu sein - jeder für sich und als Paar!

 

Wir sind schon immer für unser Leben gern auf Reisen gewesen... Je länger, je lieber...

 

Heimweh war uns schon immer fremd und ohnehin sind wir bisher nirgendwo dauerhaft heimisch geworden...

 

Wir sind Beide freiheitsliebend, neugierig, offen für Neues und in mancherlei Hinsicht rastlos...

 

Durch unsere häufigen Umzüge sind unsere Freunde über ganz Deutschland verteilt und so ist es schon heute Alltag für uns, dass wir unsere Freunde nur selten sehen und primär via FaceTime, Skype und Facebook mit ihnen in Kontakt stehen...

 

Wir ticken gleich - wir erwarten wirklich in etwa das Gleiche vom Leben und vom Reisen und funktionieren oft als Team noch besser als einzeln...

 

In der Hinsicht haben wir sicher "Schwein gehabt"... - als wir damals mit gerade einmal 18 bzw. 19 Jahren heirateten, unkten die Meisten, dass das nur schiefgehen könne.

Tja, jetzt mehr als 30 Jahre später sind wir das perfekte (na ja, Streit gibt es überall mal, aber bei uns inzwischen wirklich extrem selten) Team und lieben uns noch immer.

Wenn man so jung heiratet, dann ist das Risiko, denke ich, tatsächlich satt hoch. Aber sich so jung festzulegen eröffnet zwei Richtungen - entweder die beiden noch unfertigen Individuen entwickeln sich gemeinsam und so gelingt schlussendlich eine besonders schlüssige Partnerschaft oder die beiden unfertigen Individuen driften in der Entwicklung irgendwann zu weit auseinander und dann wird es schwierig... Wir hatten wie gesagt das Glück der ersten Richtung...

 

So, jetzt bin ich schon wieder etwas abgeschweift, aber andererseits erklärt auch dieser kleine Exkurs vielleicht ganz gut, warum das mit Weltreise und uns eine gute Kombi sein dürfte...

 

Ich freue mich über eure Gedanken zu diesem ganzen Blog-Eintrag!...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0