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Weltreise - Für wen!? 2 - Eine Frage des Alters

Im ersten Teil dieser kleinen Serie bin ich der Frage nachgegangen was man als Einzelperson, bzw. als Paar, von der Persönlichkeit her mitbringen sollte um eine Weltreise in Angriff zu nehmen.

Glücklicher Weise bin ich dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass Stephie und ich in vielerlei Hinsicht gute Voraussetzungen mitbringen und unser Lebenslauf uns irgendwie nach und nach fast automatisch an die Schwelle zur Weltreise gebracht hat.

 

In diesem Sinne vom Typ her gut zum Abenteuer Weltreise zu passen ist schon einmal eine sehr gute Voraussetzung.

Allein mit gut passenden Persönlichkeitsstrukturen ist es jedoch nicht getan.

Andere wesentliche Aspekte unseres Daseins müssen auch passen...

 

Ein solcher Aspekt ist ohne Frage das Alter und damit nun einmal zwangsläufig einhergehend die Gesundheit.

 

Dass ich gerade dieser Tage nun mit diesem Thema beschäftigt bin, fühlt sich ein wenig nach Ironie des Schicksals an.

Während ich diese Zeilen schreibe bin ich nämlich nur noch genau 4 Tage von der Zahl 50 entfernt...

Und die 50 ist schon eine schwierige Zahl und lässt fast zwangsläufig Fragen aufkommen, die das folgende Bild ganz gut symbolisiert...

 

Mit 50 fällt man aus der Gruppe der werberelevanten Zielgruppe.

Mit 50 steht man als Mann rein statistisch am Anfang des letzten Lebensdrittels (puh, zwei Drittel sind also schon vorbei). Mit 50 erhöhen sich die gesundheitlichen Vorsorgeempfehlungen noch einmal quantitativ und qualitativ (so wird z.B. empfohlen nun jährlich den Arzt für Darmkrebs-Vorsorge zu besuchen).

Mit 50 ist auch der besttrainierte Mensch nicht mehr frei von ersten altersbedingten Wehwehchen und seien es nur so Kleinigkeiten wie hier und da Rückenschmerzen oder das Benötigen einer Lesebrille.

 

Tja, kurzum - bei allem Optimismus, bei aller "Man ist immer nur so alt wie man sich fühlt"-Attitüde: ganz leicht macht es einem die 50 nicht! 

 

Und genau zu diesem Zeitpunkt stehen wir (Stephie steht ja dann im nächsten Jahr vor dem Tor mit der 50) nun vor dem Schritt zur Weltreise...

Heißt es jetzt Schade! und vielen Dank auch ans Schicksal, dass uns in unserer Lebensentwicklung erst jetzt in Richtung Weltreise hievt!?

Ist unser Platz auf der Welt eher zunehmend die eigenen vier Wände!?

NEIN!!!

 

Rund um die 50 ist vielleicht nicht der ultimativ perfekte Zeitpunkt, aber rund um die 50 ist auch kein Grund für einen Abgesang!

 

Unsere Freundin, Malin, fragte uns gerade dieser Tage: "Was denkt ihr... - wäre Anfang 30 ein noch besserer Zeitpunkt für die Weltreise gewesen!?"

Wir haben darauf geantwortet:

"Ja, wenn andere Voraussetzungen, die heute mit um die 50 gegeben sind, trotzdem gegeben wären. Aber das "Ja" bedeutet nicht, dass es jetzt zu spät ist! Manches auf der Reise wäre uns vielleicht mit 30 leichter gefallen, aber noch gibt es nicht einen einzigen Punkt, den wir in unserer Planung mit Blick auf unser Alter hätten streichen müssen!"

Wenn wir an Weltreise denken, dann denken wir an nachhaltiges, einfaches Reisen, an das Entdecken, Erfühlen und Begreifen fremder Natur und Kultur, an Abenteuer, Individualität, Herausforderungen und Horizonterweiterung.

Die drei Fotos drücken das vielleicht ganz schön aus - wir wollen fernab des Massentourismus tief eintauchen in die fremde Welt, wir wollen (tatsächlich und auch bildlich gesprochen) die höchsten Gipfel erklimmen und dort wo es uns gefällt und berührt, da wollen wir die Rucksäcke abschnallen, verweilen und (auch wieder bildlich und tatsächlich) wenn sich die Chance bietet auch die Klamotten und alles abstreifen und den Sprung ins kühle, fremde Nass wagen.

 

Ja, vielleicht wäre das mit 30 körperlich ein Stück weit leichter gefallen.

 

Aber ob es intellektuell leichter gefallen wäre!?...

 

Hm, Nonkonformität, Wagemut, Flexibilität, mit wenig zufrieden sein können - das sind Eigenschaften, die man im Allgemeinen mit Jugend verbindet und Eigenschaften, die auf einer Weltreise gewiss von Vorteil sind.

 

Und in der Tat kenne ich nicht eben wenige in unserem Alter, bei denen tatsächlich nicht mehr so wahnsinnig viel übrig geblieben ist, bei denen im Gegenteil der rebellische Geist einer gewissen Angepasstheit gewichen ist, bei denen Sicherheitsgedanken den Wagemut verdrängt haben, bei denen Bequemlichkeit die Flexibilität mehr und mehr beerdigt und die sich auch und gerade auf Reisen nicht mehr unter einen gewissen Standard bewegen mögen.

 

Aber ich kann ohne auch nur einen Anflug von Zweifel sagen, dass wir uns diese Eigenschaften bewahren konnten!

Bis heute sind uns ein "das macht man so" und das Hängen der Fahne immer schön nach dem Wind ein Gräuel, bis heute sind Sicherheitsbedenken kein Hemmschuh für uns, ist der Gedanke an Vorsorge fürs Alter eher ein Graus, bis heute haben wir die buchstäblichen Hummeln so etwas von im Hintern und weil wir bewusst und nachhaltig leben, wollen wir nicht scheinbar alterstypisch auf Kreuzfahrt gehen und in 5-Sterne-Hotel-Bunkern absteigen.

 

Ja, ich habe es ganz gerne ruhig und insofern wird es eher selten ein Hostel werden.

Ja, wir haben schon irgendwann auch gerne etwas Privatsphäre - ein Schlafsaal und Bad und Klo zum Teilen kommen uns nicht in den Übernachtungsplan.

Aber jenseits davon...

Na ja, die relativ neue Wortschöpfung "Flashpacker" passt ganz gut zu uns...

Die digitale Nomadin Felicia hat das auf ihrem Blog (www.travelicia.de/flashpacking/) ganz gut beschrieben.

Ich zitiere mal in Auszügen:

"Als “Flashpacker“ (anstatt als Backpacker) werden all diejenigen Individualreisenden bezeichnet, die ein größeres Budget zur Verfügung haben. (...)  Sie leisten sich ein Privatzimmer statt Schlafsaal oder mal eine (...) ausgefallene Unterkunft, ein gutes Essen oder einen komfortableren, schnelleren Transport oder eine teurere Once-in-a-lifetime-Abenteueraktivität. Aber auch sie sind keine Millionäre. ... Darüber hinaus kennzeichnet die Flashpacker auch die Technik: MacBook, iPhone, iPad mit Bluetooth-Tastatur, die Action Kamera GoPro Hero oder andere High Tech-Kameras, PowerTubes, Kabel und Adapter gehören mit ins Gepäck."

Das eben zitierte trifft fast zu 100 % auf uns zu und lässt sich auch mit um die 50 ohne Einschränkung durchziehen!

 

Wir sind also trotz 50, bzw. fast 50, noch jung genug in Herz und Geist um für das Abenteuer Weltreise bestens gerüstet zu sein!

 

Körperlich sind wir hingegen halt nicht mehr 30, aber für um die 50 doch noch überdurchschnittlich fit und weitgehend frei von ernsthafteren Problemen.

Das eine oder andere zu beachten gibt es trotzdem...

 

Ja, vielleicht werden wir für den einen oder anderen Aufstieg etwas länger benötigen als vor 20 oder 30 Jahren...

Ja, vielleicht müssen wir hin und wieder mal einen Ruhetag einlegen, aber wir wollen ja ohne entschleunigt reisen...

 

Stephie muss täglich eine Tablette und ich täglich ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ohne diese regelmäßige Einnahme würden wir nicht gleich daniederliegen oder gar sterben, aber negative, spürbare Einflüsse könnte eine Nichteinnahme haben.

Und so müssen wir uns halt mit der Frage der Beschaffung auseinandersetzen, denn es ist ja nicht so, dass man zum Arzt gehen kann und mal so eben ein Rezept mit der Ration für beispielsweise mehrere Jahre mitbekommt. Ja, selbst bei meinem nicht verschreibungspflichtigen Nahrungsergänzungsmittel mussten wir jetzt bei der Bestellung feststellen, dass die Abgabe auf maximal 3 Packungen beschränkt ist, was der Versorgung für maximal 5 Monate entspricht.

Aber es werden sich Lösungen finden. Im Falle von Stephies Medikament ist es z.B. so, dass das man das hier rezeptpflichtige Medikamente beispielsweise in Spanien und Portugal einfach so kaufen kann und das auch noch für weniger Geld als die hier fälligen 5 Euro-Rezeptgebühr! Verrückte Welt... Gut möglich, dass das so auch in anderen Ecken der Welt funktioniert... Man wird sehen...

 

Unterm Strich können wir aber festhalten, dass wir Herz und Geist getrost auch den Körper hinzufügen können - auch körperlich und gesundheitlich sind wir bereit für das Abenteuer Weltreise!

Jung im Geiste, das Herz am rechten Fleck für so ein Unterfangen und genügend fit - zumindest für uns ist auch mit um die 50 in Sachen Weltreise alles möglich was wir uns wünschen!

 

Ja, vielleicht bringt unser Alter sogar ein paar Vorteile mit sich...

 

In mancherlei Hinsicht sind wir heute weit entspannter unterwegs als in jungen Jahren.

Gut vorstellbar, dass wir auf Weltreise das eine oder andere eher gelassen hinnehmen und abhaken, das uns in jüngeren Jahren zur Weißglut getrieben hätte.

 

Wer mit Mitte 20 oder Anfang 30 auf Weltreise geht, steht oft vor schweren Richtungsentscheidungen... - verschiebt man die Sache mit dem Nachwuchs noch einmal um die Zeit der Weltreise nach hinten; schadet die Weltreise-Auszeit vielleicht dem nächsten Karriereschritt u.s.w.!??

Das Thema Familienplanung ist bei uns abgeschlossen, die Karriereleiter spielt keine Rolle mehr - Standortbestimmungen und langfristige Planungen dieser Art nehmen insofern idealer Weise keinen Einfluss auf die Weltreise.

 

Und während man in jungen Jahren vermutlich jeden Cent akribisch umdrehen, eine ganze Weile äußerst tapfer sparen oder Work&Travel-Phasen während der Weltreise mit einplanen muss um die Weltreise überhaupt halbwegs vernünftig finanziert zu bekommen, können wir mit um die 50 dem Ganzen finanziell recht entspannt entgegen sehen.

Wir müssen uns nicht jahrelang vorher massiv einschränken, wir müssen nicht Hab und Gut weitgehend verkaufen und wir werden unterwegs nicht arbeiten müssen.

Ein gutes Gefühl, eine wertvolle Tatsache!

 

Aber das Thema "Geld" wird noch in einem eigenen Teil der Reihe "Weltreise - Für wen!?" eine ausführliche Würdigung erfahren... Dazu also demnächst mehr!

 

Zeit für ein Fazit:

- In Geist und Herz sind wir noch flexibel, offen und jung - kein Unterschied zu uns mit 25 oder 30.

- Gesundheit und Fitnesszustand sind sicher nicht ganz auf dem Level von 25 oder 30, aber doch frei von größeren

  Einschränkungen und vermutlich immerhin über dem Durchschnitt Gleichaltriger.

- Durch Lebenserfahrung und den Abschluss von Lebensaspekten wie Familien- und Karriereplanung können wir sicher

  gelassener an die Sache gehen als in jungen Jahren.

- Finanziell sind wir definitiv weit besser aufgestellt als mit Mitte 20 und auch Anfang 30. 

Kurzum:

Unser Alter dürfte uns, Stand heute, kaum bei der Umsetzung des Traums von der Weltreise im Wege stehen! Bei allem Schrecken der nackten Zahl 50 auf dem Papier... - am Ende zählt wohl doch vor allem: "Man ist nur so alt wie man sich fühlt!"

 

Und um das mit Bildern aus 2017 quasi bebildert zu beweisen... - noch sind wir näher am Luftsprung als an den Krücken:

Alle Bilder und Grafiken in diesem Blog-Beitrag (außer die zwei von uns zum Abschluss) sind aus dem lizenzfreien Bereich von pixabay.com - CC0 Creative Commons

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