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Chiang Rai und Umgebung (Thailand) 10.01-16.01.18

Von Lampang aus geht es für uns nicht weiter ins nur gut 100 km entfernte Chiang Mai (dort schlagen wir später noch auf), sondern ins gut 250 km nordöstlich gelegene Chiang Rai.

 

Der Ort Chiang Rai an sich gilt als ein eher kleines, charmantes Städtchen mit nur rund 70.000 Einwohnern.

Aber die Region Chiang Rai bietet ein ganzes Füllhorn von sehenswerten Zielen - den weltberühmten weißen Tempel, das ebenso berühmte wie einst berüchtigte Goldene Dreieck (Thailand-Laos-Myanmar), in dem sich früher Drogenhändler eine goldene Nase verdienten, wunderschöne Parkanlagen, Wälder und beeindruckende Berggipfel.

 

Entsprechend haben wir für Chiang Rai 7 Nächte eingeplant.

 

Ob sich der lange Aufenthalt gelohnt hat und Chiang Rai wirklich so charmant ist?

Lest und seht selbst:

Wir wollen ja immer authentisch und ehrlich sein...

Insofern geben wir an dieser Stelle frank und frei zu, dass der erste Eindruck von Chiang Rai ein wenig bescheiden ausfiel.

 

Es gibt halt so Tage...

Es gibt sie daheim im Alltag, im Job, im Urlaub und es gibt sie auf Reisen... - Tage, an denen sich irgendwie alles suboptimal entwickelt.

 

Und so war unser Anreise- und Starttag in Chiang Rai.

 

Na ja, wie das auf Reisen manchmal so ist - die Informationen, die man mühevoll aus Reiseführern und Blogs zusammenträgt, erweisen sich vor Ort mitunter als schlicht und ergreifend falsch.

In unserem Fall fuhren wir nach dem Einchecken im Hotel und dem kurzen Einkauf im Big C-Supermarkt fürs Frühstück der nächsten Tage gut gelaunt zum eingangs schon erwähnten weißen Tempel.

Unsere Informationen lauteten: Eintritt frei und geöffnet bis 18 Uhr.

Als wir um 16.50 Uhr dort aufschlugen mussten wir feststellen, dass a) inzwischen 50 Baht Eintritt fällig werden (was natürlich nicht weiter schlimm ist), b) das Ganze aber bereits um 17 Uhr geschlossen wird und c) selbst 10 min. vor Schließung noch ein recht gewaltiger Touristenrummel herrschte.

Unverrichteter Dinge zogen wir wieder ab und entschieden uns alternativ für die Fahrt zum in Chiang Rai täglich stattfindenden Nachtmarkt...

 

Gut, für falsche Öffnungszeiten-Angaben in Reiseführern kann natürlich der Ort Chiang Rai nichts!

 

Für den für unser Empfinden eher miesen Nachtmarkt schon.

 

In Lampang (siehe Vlog #2 - Lampang & Umgebung) konnten wir uns wunderbar durch das Angebot kleiner Stände futtern - das Ganze hatte eine angenehme, eher private Atmosphäre.

Kinder-Orchester spielten an verschiedenen Stellen Musik, an anderer Stelle musizierten Erwachsene, die Stände mit Essen bestanden oft einfach aus einem aufgestellten Tisch und das Angebot war äußerst vielfältig.

 

Der Nachtmarkt in Chiang Rai hingegen hat eher ein Jahrmarkt-, Volksfest- und Biergarten-Charme.

Wer's mag... Wir eher nicht.

Kern des Nachtmarktes in Chiang Rai ist ein mit Tischen und Stühlen komplett vollgeballerter großer Platz um den herum  fest installierte Buden Standard-Essen anbieten.

Drumherum werden aus Metallverschlägen die Sachen zum täglichen Verramschen hervorgeholt.

Hier scheint wenig spontan und privat, angenehme Musik von Einheimischen und Kindern - Fehlanzeige.

Eine gegenüber Lampang drastisch höhere Anzahl von Touristen tat ein übriges - ich hatte nicht das Gefühl hier noch das wahre Thailand zu erleben.

 

Na ja, auch solche Tage gehören zum Reisen dazu...

Erneut orientierten wir uns um und entschieden uns dafür nicht auf dem Nachtmarkt zu essen, sondern ein vegetarisches Restaurant gleich um die Ecke aufzusuchen.

Es musste ja fast so kommen an diesem Tag - das Essen war nicht wirklich gut.

Stephie und ich hatten das gleiche Gericht - als ich nach etwa der Hälfte das Essen beiseite schob, entfuhr Stephie: "Ah, wenn du aufhörst zu essen, dann kann ich ja ruhigen Gewissens auch den Rest stehen lassen!"

Alles klar zur Qualität des Essens!??

 

Was soll ich sagen - das Hotel war auf den ersten Blick auch das mit kollossalem Abstand bis hierhin schlechteste - die Rezeption war unbesetzt als wir ankamen, das Zimmer hätte gut mal wieder ein etwas ernsthafteres Staubwischen und generell wenigstens minimale Liebe zum Detail gebrauchen können, auf dem Balkon stand noch ein Aschenbecher mit Kippen und die Deckenlampe sah und sieht völlig versifft aus. Zu allem Überfluss ist es auch noch enorm hellhörig - die Türen  zu den Zimmern kann man beim allerbesten Willen nur laut knallend schließen, abends stellt sich alle 10 Sekunden ein kurzes, lautes mechanisches Brummen ein und ab 5 Uhr morgens kräht direkt nebenan der Hahn was das Zeug hält.

(Immerhin habe ich einen richtig großen Kühlschrank im Zimmer - ihr wisst ja, ich brauche meine eiskalten Getränke...) 

 

Ja, Leute... - auch solche erste Eindrücke, auch solche Tage gibt es...

 

Und während ich diese Zeilen schreibe, setzt draußen doch tatsächlich auch noch deutlich hörbar kräftiger Regen ein...

 

Zum Glück ist klar, dass auch wieder andere Tage kommen - mal sehen was die nächsten Tage hier in Chiang Rai so für uns bereit halten...

 

 

Zum Zeitpunkt der folgenden Zeilen sind 5 Tage vergangen.

Manchmal trügt der erste Eindruck nicht... - wirklich warm geworden sind wir mit Chiang Rai nicht.

 

Die Stadt selbst hat uns mehr oder weniger nicht gefallen - irgendwie ist der asiatische Charme nicht so präsent und wir standen oft im Stau, na ja, zumindest im Stop and Go.

 

Unsere Aktivitäten haben wir deshalb recht zügig auf das Umland von Chiang Rai konzentriert.

Das Wetter war uns zwar auch dort nicht übermäßig gewogen (es war zwar weitgehend trocken, aber 10 bis 17 Grad kalt, durchgängig grau und in den Bergen sehr neblig).

Trotzdem haben wir auf unseren Touren sehr schöne Momente gehabt, die wir euch jetzt vorstellen möchten:

Das Baandam-Museum

Im Norden von Chiang Rai hat sich in einem Gartengelände ein bekannter thailändischer Künstler ausgelebt oder besser ausgetobt.

 

Für 80 Baht pro Person (2,05 Euro) kann man im Garten und in verschiedenen Häusern seine Visionen von Kunst bewundern.

Verstehen wird man dabei jedoch gewiss nicht alles...

 

Seine Kunst ist düster. Schwarz ist die dominierende Farbe und Tod und Sex spielen eine große Rolle - es wimmelt von Phallus-Symbolen, Krokodilhäuten, Büffelhörnern und ähnlichem.

Die schwarzen Häuser auf dem Gelände sind auf jeden Fall sehr fotogen und manch Ausstellungsstück ist, nun ja, interessant bis delikat.

Wie das halt mit Kunst so ist - alles eine Frage des Geschmacks.

 

Das Ganze ist mal etwas anderes und für den verhältnismäßig geringen Eintrittspreis durchaus einen Besuch wert.

Wat Huay Plakang

Völlig kostenlos war die nächste Attraktion auf unserer Tagestour - die Tempelanlage Wat Huay Plakang.

 

Ja, nicht nur, dass kein Eintritt fällig wird... - wer will bekommt sogar noch ein kostenloses Essen (zwar recht spartanisch, aber umsonst...). Lediglich eine Spendenbox ist aufgebaut und das Geschirr wäscht man anschließend selbst ab.

 

Die satte 100 Meter hohe Buddha-Statue ist, oh Wunder, schon von weitem zu sehen und auch wenn man dann kurze Zeit später direkt davor steht imposant.

 

Im Inneren der Buddha-Statue kann man per Fahrstuhl bis in den Kopf hinauf fahren, von wo man dann einen tollen Ausblick haben soll (für den Fahrstuhl werden 40 Baht fällig).

Tristes Grau und fehlende Fernsicht veranlassten uns auf die Fahrt in den Kopf zu verzichten - wie toll die Aussicht ist, können wir also nicht bezeugen.

 

Auf dem Gelände befinden sich außerdem zwei sehr unterschiedliche Tempel.

 

Bei unserem Besuch wimmelte es nur so von Asiaten und im Inneren wurde äußerst fleißig gebetet.

 

Wirklich stimmig ist das Gesamt-Ensemble der 3 Bauten irgendwie nicht, aber beeindruckend und einen Zwischenstopp wert ist es auf jeden Fall:

Mae Fah luang Art + Culture park

Den Abschluss unserer ersten Tagestour in Chiang Rai und Umgebung bildete der Mae Fah Luang Art + Culture Park direkt in Chiang Rai.

 

In der richtigen Jahreszeit sind die 200 Baht Eintritt pro Person (5,20 Euro) auf jeden Fall gerechtfertigt.

Jetzt im Januar blühte jedoch kaum etwas und daher fühlten sich jetzt die 200 überteuert an.

Allein der kleine See, dessen Oberfläche fast komplett mit Lotus bedeckt ist, ist sicher ein wunderschöner Anblick, wenn, ja, wenn Blütezeit ist.

So aber wirkte die Parkanlage mitunter etwas trist.

Immerhin - es gibt auch kleine Museen auf dem Gelände und in einem davon gab es gerade eine kleine, aber schöne Fotoausstellung zum Thema Klimawandel, so dass das Geld auch im Januar nicht gänzlich zum Fenster herausgeworfen war:

Mae fah luang Garden, Königsvilla, house of inspiration und Mae Fah Luang arboretum

Der Folgetag hielt ein echtes Highlight für uns parat.

 

Rund um den Gipfel des Doi Tung, rund 50 Autominuten nördlich von Chiang Rai, gibt es gleich 4, bzw. 5 Attraktionen in einem.

Der Doi Tung liegt in der Grenzregion zu Myanmar. In dieser armen Bergregion regierten vor nicht allzu langer Zeit die Drogenkartelle. Die bettelarmen Bauern mussten nicht allzu intensiv überzeugt werden als sich die Möglichkeit bot durch den Anbau von Mohn für die Drogenbarone zu einem besseren Einkommen zu gelangen.

Unter dem 2016 verstorbenen König sorgte sich das thailändische Königshaus durchaus um sein Volk und für diese ebenso arme wie kriminelle Region kam das Königshaus auf die Idee dort eine königliche Villa samt Gartenanlage und Arboretum zu errichten.

Die Idee dahinter... - die örtlichen Bauern sollten a) in dieser großen Anlage neue Arbeitsplätze finden und b) lernen solche Pflanzen anzubauen anstatt des Mohns fürs Opium.

Chapeau - nach allem was man sieht und liest ist der Plan aufgegangen!

 

Ja, und uns Touristen wird eine wirklich wunderschöne Anlage geboten.

 

Das Kombiticket für 220 Baht pro Person (5,72 Euro) gewährt Zutritt zu allen vier Attraktionen:

- der königliche Villa

- der Gartenanlage

- dem Haus der Inspiration

- dem Arboretum.

 

Wer nicht alles ansehen will oder kann, kann auch Einzeltickets kaufen - für 90 Baht pro Person und Attraktion.

 

Wir wollten mindestens 3 der 4 Angebote nutzen und so lohnte sich für uns das Kombi-Ticket.

 

Schlussendlich ausgelassen haben wir die Besichtigung der königlichen Villa.

 

Richtig viel Zeit verbracht haben wir in der sehr großen und wirklich wunderschönen Gartenanlage.

Selbst bei tiefgrauem Himmel und arg frischen 10 Grad Außentemperatur war die Gartenanlage ein einziges Farbenmeer - sehr gepflegt, sehr schön angelegt, sehr beeindruckend:

 

Innerhalb der Gartenanlage gibt es noch die Möglichkeit per zusätzlicher Zahlung von 150 Baht pro Person eine 300 m lange Hängebrücken-Tour durch die Baumwipfel zu erleben.

Klingt nach Abenteuer, sieht auch am Eingang dazu nach Abenteuer aus (denn die Besucher werden extra per Seil gesichert), aber wenn man dann entlang des Parks den einen oder anderen Blick auf die Hängebrücken erhascht, dann gewinnt man doch schnell den Eindruck, dass wohl allenfalls für etwas betagtere Jahrgänge ein Gefühl von Abenteuer aufkommt.

Uns waren 150 Baht für diesen dann wohl doch eher beschränkten Thrill zu viel Geld.

 

Nach unserer ausgiebigen Zeit in der Traum-Gartenanlage suchten wir mit einiger Skepsis das "House of Inspiration" auf.

In dieser Ausstellungshalle wird das Schaffen der Königsfamilie gewürdigt und so etwas ist eigentlich nicht so unser Ding.

Aber unsere Skepsis war fehl am Platze - in einer sehr ansprechend gestalteten Ausstellung begriffen auch wir Skeptiker, dass der verstorbene König viel für sein Volk getan hat und ein Vorreiter in Sachen Naturschutz war.

Ein klein wenig können wir jetzt nachvollziehen warum die Thailänder geschlagene 12 Monate um ihren König trauerten.

9 Kilometer abseits der bisher genannten Attraktionen liegt dann schließlich noch das Arboretum.

Ein Arboretum ist eine Sammlung verschiedener, oft auch exotischer, Gehölze (das mussten wir auch erst einmal googeln - im Vlog erzähle ich fälschlich, dass wir in ein Gewächshaus oder so gehen).

Manchmal können 9 Kilometer gewaltig sein... - auf dieser eigentlich kurzen Strecke wurde es zunehmend feuchter und der Nebel verdichtete sich mehr und mehr, bis man schließlich fast wortwörtlich die eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte.

Auch das Arboretum ist wunderschön angelegt.

Bei gutem Wetter soll es an mehreren Punkten atemberaubende Ausblicke bis tief nach Myanmar hinein geben.

Wer kaum die eigene Hand vor Augen sehen kann, kann natürlich erst recht nicht in die Ferne schauen - die atemberaubende Ausblicke blieben uns leider komplett verwehrt.

Aber dafür zauberten Feuchtigkeit und intensiver Nebel eine sehr verzauberte, fast mystische Atmosphäre für uns:

Bergregionen Phu Chi Pha, Doi Pha Tang und Doi Mae Salong

 

Tja... - das Pech mit der fehlenden Aussicht an an und für sich äußerst spektakulären Aussichtspunkten sollte uns auch in den Folgetagen verfolgen...

Am Samstag und Sonntag ging es für uns in entfernte Bergregionen - spektakuläre Panoramen waren ein Hauptgrund für diese Touren, fielen aber leider komplett aus.

 

Schöne und eindrückliche Momente hatten beide Tage zum Glück trotzdem für uns parat.

 

Am Samstag ging es für uns rund 2 Fahrtstunden östlich von Chiang Rai - in die Gebirgsregionen Phu Chi Pha und Doi Pha Tang.

Auf höchst unterschiedliche Weise waren Erlebnisse mit einheimischen Kindern an diesem Tag besonders prägend.

 

Im Zusammenhang mit dem Gipfel Phu Chi Pha hatte Stephie schon vorab in einem Blog gelesen, dass dort Bergvolk-Kinder von ihren Eltern gezwungen werden für die Touristen zu tanzen.

Klingt unschön!? Tja, ihr könnt uns glauben - das real zu sehen war ganz, ganz bitter!

Ihr müsst euch das so vorstellen:

Entlang des Gipfelaufstiegs standen tatsächlich mit traditioneller Kleidung der Bergvölker kostümierte Kinder im Alter von so etwa 4 bis 8 Jahren. Die Mütter hielten sich mit 10 bis 20 Meter Abstand im Hintergrund (auf dem fünften Bild ganz gut zu sehen!).

Sobald sich ein Tourist den Kindern näherte, wurden die Kinder aktiv. Sie drückten die Start-Taste auf ihrem Musikplayer, für unsere Ohren schrille Pop-Musik ertönte und die Kinder begannen dazu zu tanzen und zu singen.

In der Sekunde, in der die Touristen das Kind passiert hatten, stoppte die Musik und die Kinder setzten sich wieder hin.

Kinder... - dressiert wie einst Tanzbären - ganz fürchterlich!

Natürlich waren die Kinder trotzdem süß und taten einem wahnsinnig leid.

Aber es wäre ein fataler Fehler diesem Mitleid nachzugeben und den Kindern Geld zu geben!

So lange sich mit dieser menschenunwürdigen Aufführung Geld verdienen lässt, werden die Kinder weiter zu diesem Mummenschanz gezwungen und von der Schule und damit einer besseren Zukunft fern gehalten werden!

Die folgenden Bilder können das Grauen nicht wirklich dokumentieren, muss man wohl real gesehen haben. Vielleicht kommt es im Vlog Chiang Rai Teil 2 mit bewegten Bildern ein wenig besser rüber:

Die schönen Impressionen, die das Zusammenspiel von Nebel und Wolken für uns zauberte, gerieten da fast zur Nebensächlichkeit:

Zweite Etappe auf der Samstagstour war der Doi Pha Tang.

Als wir auf den Parkplatz fuhren, blieben wir noch ein paar Minuten für einen kleinen Snack zwischendurch im Auto sitzen.

Zwei kleine einheimische Mädchen waren so fasziniert von unserem Anblick, dass sie eifrig rund um unser Auto schlichen.

Sobald sie merkten, dass wir sie gesehen haben, lächelten sie verlegen und huschten davon, nur um sich ein paar Augenblicke später wieder anzupirschen. 

Als wir ausstiegen waren die Zwei gleichzeitig fasziniert und ganz, ganz scheu.

In dem Moment wünschte man sich, dass die armen Kinder an dem anderen Berggipfel auch so natürlich und frei aufwachsen könnten.

Bei aller Scheu und trotz null Verständigungsmöglichkeit ließen die Zwei sich dann aber doch auf ein gemeinsames Foto ein:

 

An diesem Berg durften wir also glückliche Kinder erleben und kurze Zeit später konnte ich am Gipfel diese irgendwie passende gesegnete Aufnahme machen (Glück gehabt - zur rechten Zeit am rechten Ort und ein wenig Aufmerksamkeit - und schon gelingt einem so eine Aufnahme.):

Und auch ansonsten war es trotz fehlender Fernsicht ganz nett an diesem Gipfel:

Am Sonntag schließlich führte uns die Tagestour in den Nordwesten von Chiang Rai - in die Stadt Mae Salong und auf den gleichnamigen Berg.

 

Mae Salong ist laut Reiseführern eine der merkwürdigsten Städte Thailands.

Hintergrund:

Gegründet wurde der Ort letztlich 1956 von einer desertierten chinesischen Militär-Einheit.

Die thailändische Regierung duldete diese Ansiedlung und versprach sich von den ehemaligen Militärs aus China eine gewisse Sicherung der Nordgrenze des Landes.

Tatsächlich verdingten sich die Chinesen aber als alsbald mit dem Anbau und Verkauf von Opium.

Bis heute sollte man wegen Überfallgefahr die offiziellen Wanderwege in der Region besser nicht verlassen, bis heute wird in Mae Salong eher wenig thailändisch gesprochen und bis heute hat die thailändische Polizei angeblich nicht allzu viel zu melden.

Für uns fühlte sich Mae Salong allerdings genauso sicher wie jeder andere Ort in Thailand bis hierhin an!

Die chinesischen Spuren indes waren recht eindeutig erkennbar und in einem Café am Ort (Rezension findet ihr unter der Kategorie "Eat"!) gab es Kaffee und Kuchen mit spektakulärer Aussicht:

Mit der sehr schönen Pagode Sinakarintra Stit Mahasantikhiri oberhalb von Mae Salong und wunderschöner Natur im Wabi-Tal auf dem Rückweg wurde der Tag schön abgerundet:

Und wo wir eben schon bei "merkwürdig" waren... - manch Kuriosität entdeckt man auch während des Weges...

 

Auf dem Weg nach Mae Salong zum Beispiel diesen stark tiergeprägten Schrein namens Chao Por Kew Thab Yang:

Und schaut euch an was man da so als Opfergabe vor den Altar legt:

Der weisse tempel - Wat rong kun

Nach 5 von 7 Nächten in Chiang Rai hatten wir das Gefühl, dass es einfach Zeit für eine Ortsveränderung wurde und so haben wir uns kurzfristig entschlossen Chiang Rai früher zu verlassen und auf dem Weg nach Pai einen zweitägigen Zwischenstopp im mehr oder weniger direkt auf dem Weg liegenden Fang einzulegen.

Aber dazu kommen wir gleich noch.

 

Für den Abschied aus Chiang Rai aber hatten wir uns nicht nur die größte Attraktion von Chiang Rai, sondern ganz ohne Frage eine der bekanntesten Touristenziele Thailands überhaupt aufgespart - den Weißen Tempel oder um den richtigen Namen zu verwenden: Wat Rong Kun.

 

Nachdem wir am Anreise-Tag aufgrund falscher Informationen ja zu spät hier aufschlugen und über die vielen, vielen Touristen wenige Minuten vor Schließung erstaunt waren, hatten wir uns diesmal in der Hoffnung den Massen aus dem Weg zu gehen dafür entschieden pünktlich zur Eröffnung um 08.00 Uhr den Weißen Tempel zu entern.

Hm, wir staunten nicht schlecht als erste Bus-Ladungen von Touristen auch bereits pünktlich zu um 08.00 Uhr anrollten...

 

Fast verständnisloses Staunen überkam uns nach der Besichtigung der Anlage.

Wie die gleich folgenden Bilder hoffentlich zeigen ist das Ganze auf seine vor Kitsch triefende Art irgendwie auch schön anzusehen, aber im Kern fragten wir uns danach doch: "Warum bitte ist nun ausgerechnet der Weiße Tempel eine derartige Mega-Attraktion!??"

 

Damit wir nicht falsch verstanden werden - für 50 Baht Eintritt (1,30 Euro) pro Person kann man sich das mal anschauen, muss man sich das vielleicht sogar anschauen!

Nur der Hype ist halt wenig nachvollziehbar...

 

Im Kern geht es in der Anlage um Erlösung, um eine Reise von der Hölle in den Himmel.

Gerade im Eingangsbereich werden für die Hölle auch beeindruckende Bilder gefunden, wie die unzähligen aus der Erde kommenden Arme und Hände.

Im weiteren Verlauf wird es bei der Darstellung der Hölle oder des Bösen aber unangenehm flach - in den Bäumen hängen Masken von Horror-Figuren wie Freddy Krueger und sogar Filme wie Der Terminator oder Der Fluch der Karibik sind vertreten.

Insofern kommt aus der Kombination von Kitsch und Menschenmassen schnell so ein, ja, Disneyland-Gefühl auf, was in Disneyland ja angebracht sein mag, in einer Tempelanlage aber merkwürdig deplatziert wirkt.

 

Hin und wieder liest man Vergleiche mit Schloss Neuschwanstein. Dieser Vergleich ist schlüssig - auch der Weiße Tempel und die weiteren Gebäude (inkl. dem riesigen goldenen Toilettenhaus - siehe Foto unten!) sind von außen pompös, aber drinnen gibt es fast gar nichts zu sehen und das Ganze gleicht einer Baustelle. Stephie mutmaßte in unserem Vlog, dass es wohl noch 20 Jahre dauert bis das Ganze mal fertig ist. Derzeit läuft man neben den schönen Gebäuden mindestens ebenso oft an unfertigen Gebäuden, Bauzäunen und aktuell stattfindenden Bauarbeiten vorbei.

 

Ja, und so ist der Weiße Tempel so eine "muss man mal gesehen haben"-Absurdität, die diese enorme Aufmerksamkeit jedoch eigentlich überhaupt nicht verdient hat...

The Royal Agricultural Station Angkhang

Einmal mehr eher abseits der westlichen Touristenströme erwartete uns dann ganz in der Nähe unseres frisch ausgewählten Zwischenstopps Fang indes mal wieder ein echtes Highlight - The Royal Agricultural Station Angkhang.

 

Was zunächst ein wenig technisch klingt, ist in der Realität eine große Parkanlage voller Gewächshäuser und Gärten.

 

Wie schon die weiter oben beschriebenen Anlagen inkl. Königsvilla am Doi Tung, entsprang auch diese Anlage der Idee des Königs in einer sehr armen Bergregion für eine Alternative zum Anbau von und Handel mit Drogen zu schaffen.

Das Ganze ist heute Arbeitsplatz für viele der Menschen in der Region, dient als Forschungs- und Aufzucht-Station im Bereich der Agrarkultur und bietet den Touristen wunderschöne Eindrücke.

 

Der Eintritt ist mit 75 Baht pro Person (1,92 Euro) sehr moderat und wie man so schön sagt jeden Cent wert:

Ach, und mal so ganz nebenbei... - wusstet ihr, dass es auch lila Blumenkohl gibt!?:

Doi Pha Hom Pok Nationalpark

Nur einen Katzensprung von der Stadt Fang entfernt liegt der Doi Pha Hom Pok Nationalpark.

 

Vorab hatten wir Gutes darüber gelesen, von einem der bestorganisierten Nationalparks Thailands war da die Rede.

 

Wir können die Begeisterung für diesen Nationalpark nicht teilen!

 

Angebliche Hauptattraktion ist ein verlässlich alle 30 Minuten für gut 3 Minuten stattlich in die Höhe schießender Geysir.

Wow, das war schon im Yellowstone Nationalpark beeindruckend...

 

Tja, nur handelt es sich erstens um keinen natürlichen Geysir!

Im Grunde genommen wird die Wärme der heißen Quellen zur Energiegewinnung genutzt und im Rahmen dieses Systems wird alle 30 Minuten aus einem (gut hinter Felsen verborgenen) Rohr Wasserdampf abgelassen.

Ja, und zweitens ist die Natur manchmal verlässlicher als menschliche Technik!

Während der berühmte Geysir Old Faithful im Yellowstone Nationalpark tatsächlich seit Jahrzehnten (oder noch länger) verlässlich in seinem bekannten Rhythmus seine Fontänen gen Himmel schießen lässt, zeigte sich der Technik-Geysir im Doi Pha Hom Pok Nationalpark nicht ein einziges Mal während unserer Stunden dort.

Hm, was weiß ich - vielleicht war es an dem Tag technisch nicht notwendig, aber als zahlender Besucher fühlt man sich dann schon etwas verarscht...

 

Na ja, eigentlich gab es ja weitere Highlights in diesem Nationalpark...

Eigentlich...

Eine zweistündige Wanderung zu einem Wasserfall und einer Höhle hatte ihren Startpunkt mal wieder nicht im Kerngelände des Nationalparks, sondern gut 60 Autominuten entfernt.

Wir nahmen die Fahrt dorthin auf uns, scheiterten dann aber an Beschilderung und Gelände.

Lange Zeit tauchten immer wieder Hinweisschilder auf, nach denen es zur Höhle weiter geradeaus gehen sollte, der Wasserfall war zu keinem Zeitpunkt ausgeschildert. Im Nationalpark-Zentrum hatte man uns eine Entfernungsangabe für den Startpunkt mitgegeben, aber diesen Punkt passierten wir ohne den Startpunkt der Wanderung ausmachen zu können. 

Wir fuhren den Hinweisschildern entsprechend weiter geradeaus, aber irgendwann tauchte kein weiteres Hinweisschild für die Höhle auf und nach wenigen weiteren Kilometern endete die geteerte Straße abrupt und ging nahtlos in eine definitiv nur für SUVs mit Allradantrieb geeignete Schotterpiste über.

Tja, die 60 Minuten-Anfahrt hätten wir uns schenken können...

 

Wir fuhren die 60 Minuten-Strecke zurück, der "Geysir" zeigte sich noch immer nicht und so beschlossen wir wieder ein Bad in den heißen Quellen zu nehmen.

Wie schon im Nationalpark nahe Lampang (siehe den Blog-Eintrag dazu!) konnte man ein Badehäuschen mieten und sich darin ein heißes Mineralbad gönnen.

Im Doi Pha Hom Pok Nationalpark gab es aber auch noch die Alternative in Freiluft-Becken das gleiche Vergnügen zu haben.

Endlich schien mal wieder die Sonne... - wir entschieden uns für die Freiluft-Variante.

Anfänglich freuten wir uns, weil das Ganze zumindest an diesem Tag kostenlos war (obwohl Eintrittspreise ausgezeichnet waren).

Aber frisch in die Badeklamotten geschlüpft, kalt abgeduscht und bereit für das entspannende und gesunde Relaxen in einem der Mineralbäder mussten wir feststellen, dass es eine strikte Trennung nach Männlein und Weiblein gab!

Insbesondere ich fand den Gedanken wenig charmant jetzt für längere Zeit allein in einem Bad zu hocken, während meine Frau durch eine Steinwand getrennt nebenan ebenso alleine hockt.

Also haben wir uns wieder angezogen und waren mit dem Thema Doi Pha Hom Pok Nationalpark endgültig durch...

 

Warum nun ausgerechnet dieser Nationalpark auch noch 300 Baht Eintritt anstatt der sonst üblichen 200 Baht kostet!? - Für uns ein Rätsel...

Und so fing unsere Zeit in Chiang Rai und Umgebung mit einem, wie man so schön sagt, gebrauchten Tag an und sie endete mit diesem Nationalpark-Besuch auch mit einem solchen.

 

Ich denke, man kann diesem Blog entnehmen, dass wir trotzdem zwischendurch sehr schöne Erlebnisse hatten.

 

Trotzdem stank die Chiang Rai-Zeit deutlich gegenüber den Tagen in Sukhothai und Lampang zuvor ab.

 

Den ungeplanten Wechsel für die letzten Tage von Chiang Rai nach Fang haben wir auf jeden Fall trotz der Nationalpark-Enttäuschung zum Schluss nicht bereut, denn a) war das Wetter wieder deutlich besser, b) war die Unterkunft viel besser (Bewertung, Fotos und Link findet ihr wie immer unter der Kategorie Sleep!) und c) hätten wir die wirklich schöne Royal Agricultural Station Angkhang sonst vermutlich gar nicht besucht.

 

Guten Mutes und mit dem immer stärker werdenden Gefühl, dass wir immer dann besonders schöne Erlebnisse haben, wenn wir uns weit abseits der Touristenströme bewegen, geht es für uns nun weiter nach Pai...

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