· 

Thailand 08. - 28. März 2018 - Enttäuschung und Frust im Süd(osten) Thailands

Die Ausgangslage nach einer teilweise schwierigen zeit in malaysia

Wer die Blogs bis hierhin regelmäßig verfolgt hat oder wer die Vlogs geschaut hat, der wird gemerkt haben, dass die Stimmung, insbesondere bei mir, in etwa ab Mitte Februar zunehmend abnahm.

 

Der gesamte erste Monat im Norden Thailands war großartig.

Ich glaube, das lässt sich auch unschwer aus den Blogs ablesen und bei Ansicht der Vlogs erkennen.

Natürlich lief auch da nicht jeden Tag alles hundertprozentig, aber die positiven Momente überwogen doch bei weitem und so ließ sich der eine oder andere Frust-Moment locker wegstecken.

 

In Malaysia jedoch schlichen sich dann von Beginn an erste größere oder andauernde Probleme ein (große Schwierigkeiten vegetarisches oder veganes Essen zu finden, Probleme mit der Autovermietung und dem Mietwagen, ein paar Krankheitstage bei mir und die Enttäuschung in Sachen Cameron Highlands und der Unterkunft dort).

Trotzdem sind wir schlussendlich ganz gut durch die ersten rund 2 Wochen Malaysia gekommen - wir waren vielleicht nicht mehr so satt glücklich wie in Thailand und wir mussten ein wenig nachjustieren (z.B. durch das Canceln unserer Tage in den Cameron Highlands und das alternative Buchen der wunderbaren Suite in Ipoh), aber unterm Strich war es immer noch eine tolle Zeit.

 

Woche drei und vier in Malaysia sollten dann eigentlich ein Highlight werden und uns für die genannten Probleme der ersten zwei Malaysia-Wochen entschädigen...

Auf den Insel Penang und Langkawi wollten wir Inselfeeling pur erleben und die Seele baumeln lassen.

Tja...

Tja, wer die Blogs/Vlogs zu Penang und Langkawi angeschaut hat, der weiß wie enttäuschend die zwei Wochen auf den beiden Inseln für uns verliefen (was noch einmal deutlich mehr für Penang als für Langkawi gilt!).

Wer sich das noch nicht angeschaut hat... - hier sind die Links dazu:

Nach zwei schönen, aber nicht mehr ganz so fast einhundertprozentig perfekten Wochen in Malaysia, hatten wir also gehofft während der anschließenden zwei Wochen auf den malayischen Inseln wieder die Kurve zu bekommen... - wie geschrieben: der Plan ging voll daneben...

 

Irgendwie waren wir trotzdem am Ende des Monats in Malaysia guter Dinge, denn nun ging es ja zurück nach Thailand...

Irgendwie fühlte sich das fast ein wenig wie "zurück ins gelobte Land" an... - schließlich waren die vier Wochen in Thailand zuvor geradezu paradiesisch im Vergleich zu Malaysia.

Was sollte denn da also schon groß schief gehen!?!?!?... - Koffer packen, ab in den Flieger und ab zurück in sonnige Stimmung!

 

Nun ja...

Nun ja, Ayutthaya ganz zu Beginn war eine kleine Enttäuschung, aber dann lief es in Sangkhlaburi und Kanchanaburi (siehe Blogs und Vlogs dazu!) doch wieder gut und die Stimmung hellte sich auf.

 

Der Zwischenstopp im unsäglichen Bangkok, wo meine Stimmung umgehend so mies wie auf Penang wurde, erstreckte sich zum Glück nur über wenige Tage.

 

Und hey... - zum Abschluss warteten schließlich vier (vermeintliche) Trauminseln, die auf dem Papier das Zeug hatten alle Unwägbarkeiten der letzten Wochen wieder vergessen zu machen.

Ko Samet, Ko Chang, Ko Kood und Ko Mak sollten also für einen dann doch noch runden Abschluss sorgen, sollten die dreimonatige Reise wundervoll und entspannt ausklingen lassen und uns entschädigen für die Flops Penang, Langkawi und Bangkok...

 

Soweit die Theorie... 

In der Praxis kam es leider ganz anders...

What the fuck!???

Was war bloß auf dieser Reise mit den Inseln los!?...

Und, ja, was war bloß zunehmend mit mir (Kai) los!?...

 

Im Folgenden will ich euch ebenso offen wie an mancher Stelle überspitzt davon berichten, wie es fast dazu gekommen wäre, dass trotz bis hierhin überwiegend positiver Eindrücke die wenigen, wenn auch zunehmenden, negativen Eindrücke obsiegt und so fast die gesamte dreimonatige Reise für mich zu einer Reise zum Vergessen gemacht hätten...

Ko Samet und Ko Chang - nach nur 2 von geplanten 4 Inseln war bei mir kaum noch etwas zu retten...

Eines kann ich vorweg nehmen... - aus dem geplanten Insel-Hopping auf insgesamt 4 Inseln, wurde ein Hopping auf nur 2 Inseln mit so negativen Eindrücken, dass wir uns entschieden die dritte und vierte Insel in den Wind zu schießen und ein Alternativprogramm auf dem Festland zu organisieren.

Aber der Reihe nach...

Ko Samet - von "White Trash" und kommerzialisiertem Airbnb

Ko Samet hatten wir für den Beginn unseres 4-Insel-Hoppings ausgewählt, weil es nur gut 3 Stunden von Bangkok entfernt liegt und die am westlichsten gelegene Insel der Vier ist - Schritt für Schritt würde es dann weiter nach Osten gehen.

 

Beim Lesen von Blogs und Reiseführern gefiel uns zudem der immer wieder auftauchende Hinweis, dass Ko Samet aufgrund der verhältnismäßigen Nähe zu Bangkok eine vor allem bei Einheimischen beliebte Insel sei.

Na ja, wer uns etwas besser kennt, weiß, dass wir auf Reisen im Zweifelsfall lieber Einheimische als andere Touristen um uns haben...

 

Ansonsten fanden wir recht übereinstimmende Berichte von einer "kleinen, süßen Insel" mit schönen weißen Stränden zumindest an der Ostküste.

Weitere Angaben indes waren eher sehr unterschiedlich - in einem Blog stand, dass Ko Samet eher ruhig und insofern eine ideale Insel zum Runterkommen ist, im nächsten Blog stand, dass auf Ko Samet richtig ist, wer auf Trubel und Nachtleben aus ist.

Nun ja, wir hofften natürlich auf Variante Eins!

 

Tja, wie das so ist... - man hofft das Beste und verschafft sich am Besten einen eigenen Eindruck vor Ort...

 

Leider mussten wir feststellen, dass für unser Gefühl nicht einmal die eigentlich übereinstimmenden Berichte der Realität entsprachen!

Ja, eher klein ist die Insel, aber "süß" fanden wir hier rein gar nichts, mit den schönen weißen Stränden ist es auch so eine Sache und auch hauptsächlich einheimische Besucher suchten wir vergebens.

"White Trash" und primitives Verhalten von Touristen

 

 Bei letzterem Punkt, den Besuchern der Insel, bleibe ich auch gleich einmal...

 

Vermutlich ist es die Nähe zur Party-, Sauf- und Prostitutions-Hochburg Pattaya (Pattaya ist kaum mehr als eine Stunde entfernt von der Fähre nach Ko Samet)... - Auf Ko Samet begegnen wir vor allem Menschen der Sorte "White Trash".

Um es etwas klarer und bildlicher zu formulieren: Ko Samet war voll mit weißen Unterschichtlern.

 

Ja ja, ich weiß - es ist natürlich politisch inkorrekt von "Unterschicht" zu sprechen und Menschen aus der Unterschicht einfach in einen und dann auch noch einen negativen Topf zu werfen!

Aber...

Aber eine gewisse Überspitzung ist mitunter durchaus sinnvoll und mit White Trash sind eben gemeinhin Menschen von eher niedrigem Bildungsstand gemeint, die sich trotzdem für etwas Besseres halten, die daheim gegen Minderheiten wettern und sich im Urlaub primitiv wie die Axt im Walde benehmen.

Und von genau dieser Sorte wimmelte es auf Ko Samet - fette männliche Oberkörper ganz textilfrei und fette weibliche Körper nur mit Bikini-Oberteil flanierten durch die Straßen und saßen in den Restaurants, das Bier gehörte schon tagsüber zum Standardrepertoire, manch Extrem-Bräune auf alter, runzliger Haut erinnerte an die legendäre Figur im Ben Stiller-Film-Klassiker "Verrückt nach Mary" und nicht wenige, mit Verlaub, eklige, ältere weiße Männer, die zu Hause in Europa keine Chance bei der Frauenwelt hätten, gönnten sich eine junge Thai-Frau an ihrer Seite... - kostet ja nicht die Welt...

Kurzum - wir hatten auf eine ruhige Insel voller Einheimischer gehofft und trafen auf eine Insel voller weißem, saufendem Abschaum.

 

Ich muss an dieser Stelle einfach noch einmal grundsätzlich ein paar Fragen in den Raum stellen und leider haben wir solcherlei Verhalten immer wieder und quer durch alle Alters- und Bildungsschichten sehen und ertragen müssen...

 

Warum eigentlich muss man unbedingt auch am Pool, im (!) Pool, am Strand und im Meer schon tagsüber Alkohol saufen!??

Was für eine tolle Reiseerfahrung, was für ein Selfie-Highlight... - mit der Flasche Bier im Meer stehen... Sorry, ohne Menschen wäre die Erde mitunter besser dran...

 

Warum eigentlich sind so viele Menschen der Meinung, dass es im Urlaub auch jenseits des Strands absolut in Ordnung ist in nichts als Badeklamotten herum zu stolzieren!??

Nein! - Es ist in 99 von 100 Fällen kein schöner und ästhetischer Anblick, wenn Männer in Badehosen und Frauen im Bikini-Oberteil durch die Straßen flanieren, im Restaurant sitzen u.s.w.!

Wir anderen Reisenden sehen das nicht gerne und je nach Reiseland ist es den vielleicht kulturell eigentlich weniger toleranten Einheimischen gegenüber schlicht respektlos.

 

Warum eigentlich vergessen so viele im Urlaub auch jegliche Rücksichtnahme in Sachen Lärm!??

Kaum jemand kommt zu Hause auf die Idee nachts sich lautstark unterhaltend und polternd durchs Treppenhaus zu laufen...

Kaum jemand verhält sich nicht respektvoll-ruhig daheim in einer Kirche...

Aber im Urlaub ist plötzlich alles anders... - da wird an heiligen Stätten oder Orten gelärmt, da rennt man lautstark und Türen knallend auch tief in der Nacht über die Hotelflure, da versaut man anderen Menschen die besondere Atmosphäre in der Natur, weil man gröhlend die Stille der Natur zerstört oder als Reiseführer seine Reisegruppe allen Ernstes kilometerweit hörbar via Megaphon informiert u.s.w....

 

Warum eigentlich lassen so viele Menschen im Urlaub ihren Müll einfach an Ort und Stelle liegen - im Wald, am Strand und sonst wo!??

 

Diese Reihe der verzweifelten "Warum"-Fragen ließe sich fortsetzen...

 

Zurück zu Ko Samet...

All diese "Warum"-Fragen basieren auch auf Erlebnissen auf Ko Samet.

Trotzdem ist das natürlich kein Alleinstellungsmerkmal von Ko Samet. Ähnliche Scheiße haben wir überall erlebt.

Ko Samet war tatsächlich ein satter Flop, aber als negativer Höhepunkt wird Ko Samet auch deshalb in die Geschichte dieser Reise für uns eingehen, weil die Insel einfach, ja, der Ort war, der das Fass zum Überlaufen brachte...

 

Und so ist es nur teilweise gerecht, dass ich mit Ko Samet für immer vor allem solche Bilder und die dadurch ausgelösten sehr negativen Empfindungen verbinden werde:

 

Wenn man über Airbnb nicht mehr schöne Privatunterkünfte, sondern Schmuddel-Motels bekommt...

Gefühlt fast eine Zwangsläufigkeit... - Unsere Unterkunft auf Ko Samet passte da schlussendlich gut ins Bild.

Ja, meine Frustrationstoleranz war schon durch Penang und Co. ein wenig im Keller und dieser Umstand hat mich sicherlich auch leider noch empfänglicher für negative Einflüsse gemacht, aber so war es halt... 

Jedes Mal wenn wir zu unserer Unterkunft zurückkehrten und vor der einen oder anderen Zimmertür eben jener White Trash mit einem Bierchen in der Hand saß, war ich angewidert und musste die ganze Zeit denken, dass es doch nicht sein kann, dass wir jetzt tatsächlich mit solchem Abschaum die Unterkunft teilen...

Dass der Weg zur Unterkunft über Müllhalden führte und das Gebäude auch noch extrem hellhörig war, tat ein übriges.

Diese Unterkunft war offen formuliert scheiße und leider auch ein schönes Beispiel dafür wie schnell die eigentlich gute, ursprüngliche Idee von airbnb ad acta gelegt wurde.

Ursprünglich ging es bei airbnb vor allem darum, dass man als Reisender privat bei Einheimischen unterkommt und so besser in Kontakt zu Kultur und Menschen kommt. Inzwischen ist airbnb jedoch auch voll von kommerziellen Anbietern.

Im Falle unserer Unterkunft auf Ko Samet hieß das, dass es sich um ein stinknormales, sehr einfaches und auch optisch typisches Motel handelte, das mit einer Privatunterkunft rein gar nichts gemein hatte.

Airbnb ist nur einer von unzähligen Wegen um diese Unterkunft zu buchen. Als wir ankamen wurden wir gefragt worüber wir gebucht haben, wir sagten über airbnb und wurden dann zu einem der schlechtesten Zimmer (seitliche, enge Lage, im Gegensatz zu vielen anderen Zimmern ohne eine (wenn auch sehr kleine) eingezäunte Terrasse mit Sitzmöglichkeiten vor der Tür).

Ach, was war ich begeistert...

 

Die Strände der Insel selbst waren uns größtenteils zu touristisch, auch unter der Woche zu voll, das Meer nicht gerade einnehmend glasklar und türkisblau - einsame Traumstrände wie auf den Bahamas (sorry, so ist das halt - die Bahamas sind seit unserer Reise dorthin nun einmal der (hohe) Maßstab in Sachen Strand und Meer) waren Fehlanzeige.

 

Ihr seht... - es gab auch rein sachlich durchaus gute Gründe für unsere Ko Samet-Enttäuschung...

 

Anyway, nach 2 Übernachtungen entschieden wir uns die Insel früher als geplant wieder zu verlassen, denn meine Stimmung war definitiv im Keller...

Ko Chang - vom schwer einzuschätzenden Wahrheitsgehalt von Reiseinfos, von zu vielen russen, zu viel müll und davon wie ich mir zunehmend auch selbst im weg stand

Ko Chang sollte nun also der Heilsbringer sein...

 

Spannende Frage...: "Würde Ko Chang das Zeug zum Heilsbringer haben!?"...

Reiseführer, Reiseblogs und -vlogs - oft leider veraltet oder verlogen

 

 Liest man den ein oder anderen Reiseführer oder Blog zu Ko Chang, dann könnte man durchaus Hoffnung haben...

 

Auf travelbook.de findet sich z.B. ein Reisebericht, der wie folgt beginnt:

"Bilderbuch-Strände, sattgrüner Dschungel und ganzjährig badewannenwarmes, türkisblaues Meer – die „Elefanteninsel“ Ko Chang zählt zu den schönsten Urlaubsinseln in Thailand, ist aber touristisch deutlich weniger frequentiert als ihre beiden größeren Schwestern Phuket und Ko Samui."...

 

Klingt doch verlockend, oder!?

 

Aber mit Reiseblogs, -berichten und -führern ist das so eine Sache...

 

Uns hat die Mehrzahl schlussendlich eher enttäuscht und mit Blick auf eine ursprünglich ja mal angedachte mehrjährige Weltreise war ich zunehmend ratlos und verunsichert wem und was ich bei der Planung überhaupt noch vertrauen kann.

 

Erstes Problem ist der Faktor Zeit oder anders gesagt die extreme Schnell-Lebigkeit unserer Zeit (gerade auch in zunehmend boomenden touristischen Regionen wie Südostasien).

Um nur mal eine Folge davon zu nennen - was 2016 noch ein Geheimtipp war, kann schon 2017 oder 2018 komplett überlaufen sein.

 

Im Instagram-Selfie-Wahn-Zeitalter geht es mitunter noch schneller.

Einer aktuellen Studie zufolge suchen mittlerweile 40 % (!!!) der 18 bis 35jährigen ihr Reiseziel nach der "instagrammability" aus, d.h. ein auf Instagram gesehenes, typisches Urlaubs-Selfie animiert sie zur Buchung einer Reise genau an diesen Ort, wo es dann oberstes Ziel ist von sich selbst an diesem Ort genau so ein Selfie zu machen...

Wir haben auf dieser Reise auch Instagram genutzt, aber mittlerweile ist Instagram für mich der Teufel!

Diese Jagd nach dem Instagram-Selfie ist allzu oft penetrant, oberflächlich, rücksichtslos, zerstörerisch...

Und durch ein Instagram-Selfie von Influencern mit vielen Followern kann ein Geheimtipp inzwischen wortwörtlich über Nacht vom Geheimtipp zur No Go-Area wegen Überfüllung werden.

 

Womit der Bogen zurück zum Faktor Zeit geschlagen ist... -

Es ist also mittlerweile immens wichtig zu wissen von wann die Informationen in den Reiseführern, den Blogs und Vlogs stammen.

Leider jedoch ist es allzu oft nur schwer oder gar nicht ersichtlich von wann die Infos stammen.

Und dann steht man eben nicht selten an einem Ort, an dem man die zuvor gelesenen Beschreibungen partout nicht mehr erkennen kann...

Dann steht man eben an einem laut Infos noch nicht zugebauten Stück naturbelassenen Strandes und sieht entgegen allen Erwartungen nichts als Bagger, Kräne, halbfertige Hotelbauten u.s.w. rund um den einstmals einsamen Strand...

Solche Erlebnisse sind natürlich frustrierend und machen schon bei der Planung unsicher.

 

Die Verlässlichkeit der Angaben in Reiseführern, Reiseblogs und -vlogs leidet aber nicht nur darunter, dass einst richtige Informationen durch die Schnell-Lebigkeit binnen kurzer Zeit einfach nicht mehr stimmen.

 

Leider gibt es auch viel zu viele Reiseführer und Reise-Blogger und -Vlogger, die eher als Werbende, denn als Berichtende unterwegs sind.

Wenn man ihnen blindlings traut, dann reist man mit der Erwartung einen Urlaubsort vorzufinden, an dem schlichtweg alles toll und schön ist.

Im Interesse des schönen Scheins (oder natürlich auch der eigenen Bezahlung als Gegenleistung für den geschönten Reisebericht) wird die Realität so lange zurecht gebogen, bis eine pure Postkartenidylle übrig ist, die oft aber leider so gar nicht der Realität entspricht.

 

Natürlich und Gott sei Dank gibt es auch unverändert positive Beispiele - professionelle Reiseführer, die auch offen formulieren, wenn ein teures, vermeintliches Highlight, den Besuch nicht wert ist; nicht professionelle Blogger und Vlogger, die offen davon berichten, wenn auf ihrer Reise Dinge enttäuschen oder schief laufen.

 

Bei vielen aber spielen Authentizität und Ehrlichkeit keine große Rolle.

Irgendwie verkaufen sich Reiseführer dann doch besser, wenn (vermeintlich) alles toll ist...

Irgendwie generiert man dann eben doch mehr Follower mit den Bildern einer ach so schönen Scheinwelt...

 

Manchmal hat man etwas gelesen, ist dann vor Ort und fragt sich wirklich, ob diejenigen, von denen man die Infos hatte, auch nur einen Satz ehrlich und ernst gemeint haben; ja, mitunter vielleicht sogar ob diejenigen überhaupt tatsächlich selbst jemals vor Ort waren...

 

Manchmal sind es nur die Fotos oder der schwelgerische Text der Einleitung, die ein falsches Bild vermitteln...

 

Der vorhin zitierte Reisebericht auf travelbook.de ist da so ein Beispiel... - ihr erinnert euch an die Einleitung!?:

"Bilderbuch-Strände, sattgrüner Dschungel und ganzjährig badewannenwarmes, türkisblaues Meer – die „Elefanteninsel“ Ko Chang zählt zu den schönsten Urlaubsinseln in Thailand, ist aber touristisch deutlich weniger frequentiert als ihre beiden größeren Schwestern Phuket und Ko Samui." stand da geschrieben...

 

Wenn man den Reisebericht dann in Ruhe komplett durchliest, dann stolpert man immer wieder über doch deutlich differenzierte, andere Eindrücke...

Dann stehen da plötzlich in ein und demselben Bericht solche Passagen:

"Ein Blick auf die an- und abfahrenden weißen Insel-Taxen, die bis obenhin mit Koffern und Rucksäcken von Touristen beladen sind, verrät: Ein Geheimtipp ist Ko Chang schon lange nicht mehr."

oder

"An manchen Stränden gehen die Bungalowanlagen inzwischen nahtlos ineinander über."

oder

"Der Lonely Beach ist längst nicht mehr "lonely". Besonders in der Hauptreisezeit kann es ziemlich voll werden."

 

Ja, was denn nun!?

In der Einleitung klingt Ko Chang fast paradiesisch, im Text dann klingt es eher so als wären die paradiesischen Zeiten auf Ko Chang längst vorbei...

 

Aber immerhin... - dieser Reisebericht eröffnet dem ausführlich Lesenden zumindest die Option durch das Studium des gesamten Textes dann doch zu erkennen, dass die schwärmerischen Umschreibungen zu Beginn des Textes nicht mehr so wirklich der Realität entsprechen...

 

Andere Reiseberichte sind mitunter leider sogar wirklich von A bis Z, von Anfang bis Ende nichts als ein verlogenes Werbe-Prospekt...

So... - aber jetzt ist es an der Zeit zu unseren Tagen auf und zu unseren Eindrücken von Ko Chang zu kommen...

 

Ursprünglich hatten wir 5 Übernachtungen auf Ko Chang eingeplant und dafür durchgängig eine Unterkunft gebucht.

 

Dadurch, dass wir Ko Samet vorzeitig fluchtartig verlassen haben und nun hofften auf Ko Chang unser Insel-Glück zu finden, sind aus 5 Übernachtungen 7 Übernachtungen geworden.

Und aus einer Unterkunft wurden schlussendlich drei Unterkünfte.

Unsere drei Hotels auf Ko Chang

 

Gefrustet von Ko Samet und der miesen Motel-Unterkunft dort, drängte vor allem ich darauf die zwei zusätzlichen Tage auf Ko Chang in einer eher hochpreisigen Unterkunft zu verbringen.

Ich war ziemlich durch und hoffte einfach mit einem spürbaren Plus an Komfort und Ambiente wieder zurück in die Spur zu finden.

 

Nach einiger Internet-Recherche buchten wir für die zwei zusätzlichen Nächte zu Beginn unserer Ko Chang-Zeit ein Superior Zimmer im ziemlich mittig an der Westküste gelegenen Mercure Hideaway - für 72 Euro die Nacht ohne Frühstück. 

Für thailändische Verhältnisse also schon ein eher hochpreisiges Hotel.

Auf dem Festland an der Fähre nach Ko Chang angekommen lachte uns ein riesiges Werbeschild für genau dieses Mercure-Hotel an.

Wie das mit Werbung so ist... - glückliche Menschen, türkisblaues Wasser am hoteleigenen Strand u.s.w....

Na, da kam schon vor der Überfahrt das Gefühl auf alles richtig gemacht zu haben...

Aber war diese Hochglanz-Werbung auch tatsächlich mal ein Abbild der Realität!? - Hm, wie nicht anders zu erwarten: In vielerlei Hinsicht leider nein!

 

Keine Frage - die weitläufige Hotelanlage hatte ein gehobenes Ambiente und gepflegte Anlagen, es gab mehrere Pools und auch tatsächlich einen hoteleigenen Strand.

 

Jedoch gab es trotzdem viele Kritikpunkte:

 

Unser Superior Zimmer war groß, wir hatten eine kleine Terrasse, das große, ein paar Stufen erhöht positionierte Bett war stylish.

Aber insgesamt war das Interieur doch sichtlich in die Jahre gekommen - die Vorhänge waren schmuddelig, im Bad zeigte sich an vielen Stellen Feuchtigkeit, die Fenster waren so verzogen, dass es an vielen Stellen Lücken gab u.s.w..

Am Schlimmsten aber... - das Zimmer wimmelte nur so von Mücken! Dutzendweise haben wir Mücken jagen müssen und wohl nicht zuletzt aufgrund der Lücken zwischen den Fenstern und Fensterrahmen war für Mücken-Nachschub jederzeit gesorgt.

 

Das Meer am schmalen hoteleigenen Strand war "natürlich" alles andere als türkisblau und die meiste Zeit eher nur knietief.

Die schöne Pool-Anlage schien da eindeutig die attraktivere Badeoption.

 

Schlussendlich war sie das auch, wenn da nicht die vielen Russen gewesen wären...

Ja ja, ich weiß - auch unter Russen gibt es solche und solche...

Hier im Mercure Hideaway auf Ko Chang jedoch wimmelte es vor allem von Klischee-Russen - na, ihr wisst schon... - Typ laute Proleten mit Goldkettchen.

Rauchverbot am Pool!? - Scheiß drauf, wird einfach ignoriert. Passt doch so schön zum Bierchen am und im Pool...

Und ich möchte nie wieder hören, dass es angeblich typisch deutsch ist die Liegen schon frühmorgens mit Handtüchern zu reservieren - hier im Mercure Hideaway waren die Russen auch Weltmeister darin!

Im Verlaufe der zwei Tage wurde immer mehr klar, dass das Mercure Hideaway Top-Adresse für Russen sein muss. Und das Hotel hat sich offensichtlich auch komplett darauf eingestellt, denn selbst die Hotel-Managerin sprach fließend russisch...

 

Trotz der Abstriche durch Russen, Mücken etc. - unterm Strich haben sich die 2 Tage im Mercure Hideaway trotzdem gelohnt, denn die Alternative wären zwei weitere Nächte im Billig-Motel auf Ko Samet gewesen...

 

 

Schon von Deutschland aus hatten wir für die geplanten 5 Nächte auf Ko Chang einen Bungalow in einem kleinen Beach-Resort ganz unten im Südwesten der Insel gebucht - im Indie Beach Resort.

Kostenpunkt ohne Frühstück: 34 Euro pro Nacht.

Zu einem anderen Zeitpunkt der Reise, sprich mit weniger aufgestautem Frust bei mir, wären wir vermutlich für den Preis ganz zufrieden gewesen mit der Unterkunft.

Aber zu diesem Zeitpunkt der Reise war ich schon irgendwie wie ein selektiver emotionaler Schwamm, an dem positives ein Stück weit abperlte, der negatives aber geradezu aufsaugte.

 

Die Atmosphäre in dem kleinen Beach-Resort war eigentlich recht chillig, der Bungalow sauber und zumindest ausreichend groß.

Tja, aber der gebuchte Bungalow mit Meerblick bot inzwischen gar keinen unverbauten Meerblick mehr, denn aufgrund der zwischen Bungalow und Meer befindlichen Bar war das Meer von der kleinen Terrasse vor dem Bungalow aus nur noch entfernt im Hintergrund wahrnehmbar; der zum Resort gehörige Privatstrand bot leider kein Meer zum Baden, da es weder glasklar noch türkisblau war und vor allem einen sehr steinigen, kaum begehbaren, Untergrund hatte; abdunkeln ließ sich der Bungalow nachts quasi überhaupt nicht, da die Vorhänge sehr hell und lichtdurchlässig waren und auch noch ein Scheinwerfer vom Gehweg direkt ins Zimmer leuchtete; und last but not least erwies sich die Lage etwas ab vom Schuss ganz im Südwesten als schlecht, da eben weder der Strand am Resort noch die Strände in nächster Nähe zum Baden einluden und für Vegetarier auch keine Restaurants in der Nähe zu finden waren.

 

Nach 3 von 5 Nächten waren wir schon wieder an dem Punkt des Gefühls nach einer Alternative suchen zu müssen.

Wieder (wie schon in Sachen Cameron Highlands und Ko Samet) entschieden wir uns bereits bezahlte Nächte ungenutzt verfallen (und trotzdem bezahlt) zu lassen und alternativ Mehrausgaben für eine Alternativunterkunft auf uns zu nehmen.

 

 

Für die letzten 2 Nächte auf Ko Chang zog es uns zurück an die Westküste.

Das Mercure Hideaway war aufgrund der negativen Begleiterscheinungen und einem weiteren Plus an Frust durch die 3 Nächte im Indie Beach Resort bei mir keine Lösung und so entschieden wir uns nach erneut ausgiebiger Internet-Recherche für einen Bungalow im Gajapuri Resort & Spa-Hotel.

Kostenpunkt: 105 Euro pro Nacht inkl. Frühstück.

Ja, für thailändische Verhältnisse griffen wir inzwischen tief in die Tasche...

 

Retten konnten diese kostspieligen Nächte den Gesamteindruck von Ko Chang nicht mehr, zumindest etwas Balsam auf meine geschundene Seele waren sie aber.

 

Das Gajapuri Resort & Spa erfüllte zur Abwechslung mal annähernd alle Hoffnungen und Erwartungen.

 

Der Bungalow war groß, sauber, modern ausgestattet, ruhig, hatte Ambiente - er bot einfach alles um sich wohl zu fühlen.

Die Anlage, weitläufig und durchzogen von Holzstegen, kleinen Teichen u.s.w., versprühte einen ruhigen, gehobenen Charme.

Zum Resort gehörte ein schmaler, aber recht schöner, von Palmen gesäumter Privatstrand und mehrere Pools, einer davon war richtig groß und langgezogen und lud dazu ein entspannt und ausgiebig seine Bahnen zu ziehen.

Am Strand und an den Pools gab es ausreichend viele Sonnenschirme und komfortable Liegen, die so aufgestellt waren, dass kein Sardinenbüchsen-Gefühl aufkam.

Und man konnte kostenlos Kajaks ausleihen, was wir auch genutzt haben.

 

Wir waren mit dieser Unterkunft so zufrieden, dass wir, was sonst so gar nicht unsere Art ist, die Anlage eigentlich überhaupt nicht mehr verlassen haben (von der Kajak-Tour raus aufs Meer einmal abgesehen).

Selbst zum Essen haben wir die Anlage nicht verlassen - Frühstück war ja inklusive und das Abendessen haben wir uns beide Nächte aufs Zimmer kommen lassen, denn das Essen im Resort war lecker und keinen Cent teurer als wenn wir uns in ein Restaurant außerhalb begeben hätten.

 

Ja, hier im Gajapuri Resort & Spa Hotel ließ es sich aushalten...:

Eindruck von der Insel Ko Chang

In Sachen Strand und Meer kann ich die schwelgerischen Worte des vorhin zitierten Reiseberichts nicht nachvollziehen.

Von "Bilderbuch-Stränden" und "ganzjährig türkisblauem Meer" war da die Rede.

Wir haben über die 7 Tage verteilt wirklich einige Strände besucht und nicht ein einziger rechtfertigt diese ach so schönen Beschreibungen.

Die 3 hoteleigenen Strände waren zwar relativ sauber und nicht überfüllt, aber in zwei Fällen machte ein sehr steiniger Meeresboden das Baden schwierig und im dritten Fall war das Wasser der Bucht einfach sehr flach und dadurch noch weniger türkis und glasklar.

Die allgemein zugänglichen Strände, die wir besucht haben, hatten zum einen das gleiche Problem in Sachen Wasser - gemessen an Stränden auf den Bahamas und selbst manch Strand auf Fuerteventura ist es einfach lächerlich von glasklarem und türkisblauem Wasser auf Ko Chang zu sprechen! Zumindest im Februar 2018 war das so...

Und zum anderen waren sie allesamt nicht paradiesisch, weil sie entweder von Menschen überfüllt waren (wenn auch bei weitem nicht so schlimm wie an dem einen Strand auf Langkawi!) oder sehr schmal und mit Liegen der nahtlos in einander übergehenden Strandbars zugeschissen waren oder vor Plastikmüll nur so strotzten - an Land und leider auch im Wasser!

 

Im Wasser ist das immerhin ein gutes Stück weit strömungsabhängig.

Im Süden waren wir an zwei verschiedenen Tagen an einem Strand etwas östlich des Indie Beach Resorts... - an einem Tag gab es recht wenig Plastik im Wasser, am anderen Tag gab es regelrechte Teppiche von Plastikmüll im Wasser.

Eine Touristin machte sich an jenem Tag die Mühe durchs Wasser zu waten und den Plastikmüll einzusammeln. Sie konnte einem nur leid tun, denn kaum war sie kurz aus dem Wasser gegangen um das eingesammelte Plastik am Ufer aufzuhäufen, war genau an der Stelle wo sie eben noch im Wasser stand und Müll einsammelte schon wieder ein Sammelsurium von Plastikmüll aufgelaufen...

 

Ach, und in Sachen Schnorcheln kann man sich Ko Chang leider auch schenken - nur auf der Kajak-Tour vom Gajapuri-Resort aus sind wir etwas weiter draußen auf kleinere Abschnitte mit Leben im Wasser gestoßen. Selbst vor einer vorgelagerten kleinen Insel draußen auf dem Meer bot sich eher der ernüchternde Anblick längst toter Korallen.

 

Nein, Strand und Meer auf Ko Chang hatten wenig Potenzial für einen paradiesischen Badeurlaub.

 

 

Zudem ist die Insel für uns inzwischen weit zu touristisch und zu sehr auf Russen ausgerichtet.

 

Ich fand es bezeichnend und beschämend, dass auf dem offiziellen Führer der Ko Chang-Tourismusinformation in 2018 riesengroß fürs Elefantenreiten geworben wird. Ganz toll für die armen Tiere...

 

Und wenn beim Rollerverleih oder im Restaurant zweite Sprache nach thailändisch nicht englisch, sondern russisch ist, dann sagt das eigentlich alles.

 

Hauptader der Insel ist eine zweispurige Straße, die sich vom Fähranleger ganz im Norden der langgezogenen Insel den gesamten Westen entlang an der Küste hinunter bis zum Südwesten zieht.

Links und rechts dieser Straße bietet sich fast über die gesamte Strecke das gleiche Bild... -

Von Norden kommend auf der linken Seite gibt es ein auf Tourismus ausgelegtes, billig-anmutendes, Angebot nach dem anderen und recht dicht hinter den Gebäuden beginnt der bergige Dschungel. Auf der rechten Seite wechseln sich in ebenfalls sehr dichter Bebauung solche billigen Tourismus-Angebote und Hotel- und Apartmentkomplexe ab und dahinter liegt dann bereits das Meer.

An vielen Stellen ist die Straße überfüllt, eng, Fußgänger laufen notgedrungen auf der Straße.

Um von A nach B zu kommen, muss man diese Straße tagtäglich nutzen - paradiesisches Inselfeeling kommt da nicht auf...

Mein Gott, wenn ich da an die Bahamas-Insel Long Island denke... - auch dort zieht sich eine einzige Straße von Nord nach Süd über die gesamte Insel, aber dort sieht man links und rechts nichts als Natur und die weitläufig verteilten, flachen Häuser Einheimischer, dort gibt es keinen Stau und kein Massentrampeln, wenn es hoch kommt begegnet einem alle paar Kilometer ein Auto und jeder Fahrer grüßt dann entspannt-freundlich mit vom Lenkrad erhobener Hand...

 

 

Nur in einer Hinsicht können wir uns nicht wirklich ein Urteil über Ko Chang erlauben und das ist mir oder genauer gesagt meiner frustbedingten Motivationslosigkeit geschuldet... - dem "sattgrünen Dschungel"...

 

Ganz grundsätzlich schön anzusehen sind die dschungelartig bewachsenen und einen Großteil der Insel ausmachenden Berge auf jeden Fall.

Ob sie auch eine Reise wert sind, können wir jedoch nicht beurteilen.

Um in die Dschungelregion der Insel oder auch an die wohl einsamen Strände der anderen Inselseite zu gelangen, muss man, egal ob mit Roller oder Auto, elend lange Fahrten auf sich nehmen, erst einmal zu allem Überfluss auf der eben beschriebenen, oft arg trubeligen Hauptverkehrsader.

Um mal ein Beispiel zu nennen:

Nur vielleicht so 7 km Luftlinie lagen zwischen unserer Indie Beach Resort-Unterkunft im Südwesten der Insel und vermeintlich schönen, einsamen Stränden im Südosten der Insel.

Weil aber eben das Landesinnere komplett aus bergigem Dschungel besteht und besagte Hauptstraße kurz nach dem Indie Beach Resort im Südwesten komplett und ersatzlos endet, muss man vom Indie Beach Resort aus eine 1 1/2 stündige (!) und 50 km lange Fahrt, hauptsächlich entlang der unsäglichen Hauptstraße, auf sich nehmen um an die eigentlich nur 7 km entfernten Strände zu gelangen.

Ich war zu ausgelaugt und hatte auf den Stress einfach keinen Bock mehr...

Vom Plan mit Umplanung und einigem Geld in die Hand zu nehmen noch etwas zu retten...

Ja, und so verließen wir Ko Chang in der Summe mit dem Gefühl, dass nach Penang, Langkawi und Ko Samet auch die vierte von vier Inseln auf dieser Reise eine Enttäuschung war.

Einzig Langkawi war bei aller Kritik unterm Strich die Reise zumindest wert, aber selbst in Sachen Langkawi würden wir eine Rückkehr in naher und ferner Zukunft doch kategorisch ausschließen.

 

Eigentlich standen zum Abschluss der Reise nun noch zwei weitere Inseln auf dem Programm...

 

Aber wollten wir uns das wirklich antun!?

Hatten wir wirklich Hoffnung, dass auf diesen Inseln plötzlich doch noch das Paradies auf uns wartete!?

 

Ko Kood und Ko Mak sollten nach allem was man so lesen konnte, weit weniger touristisch erschlossen sein als die bisherigen Inseln... - immerhin...

Andererseits waren auch die Beschreibungen der bisherigen Inseln so immens weit positiver als die vorgefundene Realität und andere Reisende hatten uns angesichts unserer enttäuschenden Schnorchel-Eindrücke auf Ko Chang davon berichtet, dass sie Tage zuvor auf Ko Kood leider selbst auf einer organisierten Schnorchel-Tour trauriger Weise vor allem abgestorbene Korallenriffe zu sehen bekommen hatten...

 

Zu diesem Zeitpunkt der Reise, nach dieser vierfachen Insel-Enttäuschung, waren wir, war vor allem ich, längst Getriebene...

 

Der Druck und die Angst wuchsen mit jedem Tag... - Oh je, bloß nicht noch eine weitere Enttäuschung erleben!

Ich habe es vorhin schon kurz beschrieben... - ich konnte da leider nicht mehr aus meiner Haut...

 

Auch in den ersten Monaten der Reise gab es immer wieder einmal Momente oder Tage, an denen einiges schief lief...

 

Da muss ich gar nicht so arg lange nachdenken... - unser Hotel in Chiang Rai haben wir auch früher verlassen, weil es ein wenig schmuddelig und laut war oder unsere Ausflüge in die entlegenen Bergregionen im Nordosten Thailands waren stetig von Wolken und Nebel begleitet und so hatten wir nicht einmal das Glück die so schwärmerisch angepriesenen Fernsichten von den Gipfeln dort zu genießen...

Solche Beispiele gab es viele und das ist auf Reisen auch völlig normal...

 

Unterm Strich aber überwog das Positive.

Bildlich gesprochen war das Glas dann am Abend eben doch mindestens halbvoll.

Mal ganz banal formuliert - die vielen neuen und schönen Eindrücke und Erlebnisse ließen es leicht ertragen, dass ich abends im Hotel die Spiele meiner Teams im Fußball und Eishockey auf dem kleinen Bildschirm des iPad oder MacBook anschauen musste.

 

Jetzt aber, nach Insel-Flop Nr. 4 und den doch zunehmend auch tatsächlich etwas gehäuft auftretenden negativen Momenten...

Jetzt aber war das Glas bei mir gefühlt permanent leer bis maximal halbleer.

Jetzt liefen die Tage eher kontinuierlich suboptimal (tatsächlich und eben auch weil ich das Positive nicht mehr so richtig aufzunehmen vermochte) und jetzt war es für mich plötzlich ein kleines Drama, eine Zumutung, dass ich meine Teams, sozusagen zu allem Überfluss, auch noch auf solchen Mini-Bildschirmen anschauen musste.

 

Aus dieser Abwärts-Spirale kam ich einfach nicht mehr raus...

An so zwei fast völlig gelungenen Tagen wie im Gajapuri Resort kam ich immerhin zur Ruhe, aber Stephie und mir war klar, schon der nächste kleinere Flop würde wieder eine gefühlte Katastrophe sein...

Und so ließen wir Ko Kood, Ko Mak und die dort gebuchten und bezahlten Unterkünfte links liegen und planten unsere letzte der 12 Wochen dieser Reise noch einmal komplett neu...

 

Wir entschieden uns a) dafür das südwestliche Festland Thailands anstelle besagter Inseln zu bereisen und uns b) nach der positiven, für mich etwas heilsamen, Erfahrung mit dem teuren Gajapuri Resort in Sachen Unterkünfte weiterhin etwas Luxus zu gönnen.

 

Mit einer Mischung aus guter Hoffnung und doch unterschwelliger Angst vor neuen Reinfällen, startete ich in diese letzte Woche...

 

In diese letzte Woche, die uns an 3 verschiedene Orte/Regionen und in 3 verschiedene Unterkünfte führen sollte...

Centara Chaan Talay Resort & Villas an der Küste von Trat

Zurück auf dem Festland am Fähranleger nach Ko Chang in der Provinz Trat starteten wir gen Osten bis fast an die Grenze zu Kambodscha.

 

Je näher wir der kambodschanischen Grenze kamen, desto klarer wurde einem, dass dies bis vor nicht allzu langer Zeit ein mehr oder weniger totes Gebiet war.

Die Infrastruktur und die Dichte der Wohnhäuser nahmen mit jedem gefahrenen Kilometer ab.

 

Weiter verwunderlich ist das nicht, denn zwischen Thailand und Kambodscha schwelte bis in dieses Jahrtausend hinein ein schwieriger Grenzkonflikt um das Gebiet rund um die Tempelanlage Preah Vihear.

Noch 2009 kam es zu illegalen Gebietsbesetzungen und vereinzelten Schusswechseln mit Toten.

Seit 2013 der von Kambodscha angerufene Internationale Gerichtshof in Den Haag entschieden hat, dass das Gebiet zu Kambodscha gehört, ist Ruhe eingekehrt.

 

Und auch wenn fünf Jahre später Anfang 2018 Besiedelung und Infrastruktur noch immer eher dünn sind... - an einem Faktor lässt sich unschwer erkennen, dass sich die Situation entspannt hat und man von zukünftig regem Handel untereinander ausgeht - die Autobahn in Richtung Kambodscha in diesem einsamen Landstrich wird gerade bereits großflächig massiv ausgebaut.

 

Nun, uns sollte es recht sein, dass wir auf dem Weg in die Pampa waren, denn von Touristenmassen mit all ihren negativen Begleiterscheinungen hatten wir ja reichlich die Schnauze voll.

Wir sind in diese entlegene Ecke und in das direkt am Strand gelegene Resort Centara Chaan Talay gekommen um zu entspannen.

 

Gebucht hatten wir die Honeymoon Suite für 92 Euro die Nacht inkl. Frühstück.

 

Preislich spielte die Unterkunft also in etwa in einer Liga mit den beiden zugebuchten Unterkünften auf Ko Chang.

 

Qualitativ war sie definitiv nicht so schön wie das Gajapuri Resort, aber durchaus auf einer Stufe mit dem Mercure auf Ko Chang - von der Hotelanlage her vielleicht ein klein wenig weniger stylish, mit einem eindeutig einfacheren (und größtenteils von Kindern komplett in Beschlag genommen) Poolbereich, aber dafür war die Suite größer als das Zimmer im Mercure, zwar auch nicht neu, aber doch deutlich weniger in die Jahre gekommen als dort und auf der Terrasse hatten wir einen eigenen Whirlpool, wie es sich für eine Honeymoon Suite gehört.

 

 

In Erinnerung bleiben werden uns die Tage hier aber vor allem deshalb, weil uns hier auf dem Festland endlich vergönnt war, was zuvor auf vier Inseln missglückt war... - wir haben fast ganz zum Schluss doch noch einen Strand gefunden, der unserem Ideal zumindest nahe kam!

Das Resort liegt direkt an einem kilometerlangen Strandabschnitt und weil die Region eben auch touristisch noch weitgehend verwaist ist, ist das Resort die einzige Anlage an diesem Strand.

Und so kann man den langgezogenen Strand entlang spazieren und trifft auf niemanden sonst.

Was für ein Traum nach all den Strandenttäuschungen zuvor...

Bevor ich zu sehr ins Schwärmen komme... - glasklar und türkisblau war das Meer leider auch hier nicht und das Schnorchel-Erlebnis war auch nicht mit den Bahamas oder selbst Fuerteventura (seines Zeichens ja keineswegs bekannt als Schnorchel-Hochburg) vergleichbar, aber diese Einsamkeit und Ursprünglichkeit an diesem entlegenen Strand hat uns doch glücklich gemacht und schon im seichten Wasser des Uferbereichs fanden wir so manches sonderbare Tier.

 

Vielleicht kann man das durch die folgenden Bilder von dort zumindest erahnen:

Ganz schön erschreckend und desillusionierend übrigens:

Selbst hier, weit ab von der nächsten größeren Stadt oder einer touristischen Hochburg, konnte man das Problem des Plastikmülls in den Weltmeeren nur schwerlich ignorieren:

Gefallen und gut getan haben uns die Tage hier trotzdem.

 

Die Frage ist freilich wie lange diese Idylle noch anhalten wird.

Wenn die Autobahn erst einmal ausgebaut ist, dann wird auch hier schon bald ein touristischer Bau-Boom einsetzen und dieses idyllische Fleckchen für immer zerstören...

Chanthaburi Stadt - Hotel the peak

Bereits mit den Tagen im Centara Chaan Talay Resort war unsere letzte Reise-Woche angebrochen und so wurde es Zeit sich langsam aber sicher wieder in Richtung des gut 400 km und 5 bis 6 Fahrtstunden entfernte Bangkok zu machen.

 

In etwa auf halber Strecke dorthin zurück liegt Chanthaburi, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Genau dort wollten wir unsere letzten vier Nächte vor der Rückkehr zum Abflugort Bangkok verbringen - zwei davon in unmittelbarer Stadtnähe und zwei an der nicht einmal 30 km entfernten Küste vor den Toren der Stadt.

 

Chanthaburi - egal ob Stadt oder Provinz - ist eher selten auf dem Reiseplan westlicher Touristen zu finden.

Ja, generell gilt die Provinz als eine der am wenigsten frequentierten Regionen Thailands.

 

An vielen Stellen empfanden wir den Süden Thailands ja als inzwischen zu gesättigt in Sachen Tourismus... - die Touristendichte viel zu hoch, das örtliche Angebot wenig authentisch zu sehr auf Touristen ausgerichtet, viele Einheimische längst nicht mehr so ehrlich und scheinbar aus tiefstem Herzen freundlich-neugierig wie im Norden Thailands.

 

Auch Chanthaburi liegt im Süden Thailands, hier jedoch stimmten die Angaben in Reiseführern und -blogs tatsächlich einmal.

Die Zahl westlicher Touristen hielt sich in Grenzen und es war noch längst nicht alles primär auf Tourismus ausgerichtet.

 

Na ja, für uns war das ideal - genau so etwas suchten wir...

 

Aber Chanthaburi hat so oder so einiges zu bieten.

Die Stadt selbst ist recht überschaubar.

Die von Holzhäusern gesäumte Altstadt ist recht hübsch anzusehen, was insbesondere für die enge Straße voller Läden gilt, die parallel zum Fluss verläuft.

Eine Besonderheit ist die Existenz einer tatsächlich auch sehr schönen christlichen Kathedrale (siehe Bild unten) - nach hunderten von Tempeln irgendwie auch mal eine nette Abwechslung.

 

Einzig das Verhalten der Verkehrsteilnehmer fiel uns etwas negativ auf.

Grundsätzlich gilt für Fußgänger in Thailand, wie im Grunde genommen ja in ganz Südostasien, die Faustregel: Mutig sein und ohne großes Zögern die Straße überqueren - die Autos und Roller weichen schon aus und halten an.

Angesichts des Mega-Gewusel auf den Straßen überall ist es ein kleines Wunder, aber genau so funktioniert das Fußgänger-Dasein tatsächlich ganz gut.

Nur hier in Chanthaburi mussten wir mehrfach feststellen, dass hier eher doch nicht auf mutige Fußgänger Rücksicht genommen wird...

 

In der Umgebung von Chanthaburi gibt es mit Wasserfällen, Tempelanlagen etc. ebenfalls einiges zu entdecken.

 

Für einen Aufenthalt von einigen Tagen können wir Chanthaburi auf jeden Fall empfehlen! 

Erst recht, wenn man einfach mal für einige Tage jenseits der Massentourismus-Ströme durchs Land streifen möchte.

Und für Übernachtungen im Stadtgebiet können wir mit Einschränkungen das von uns gewählte Hotel empfehlen: 

The Peak.

 

Für allerdings zugegeben äußerst stolze 109 Euro pro Nacht inkl. Frühstück hatten wir uns im The Peak ein Suiten-Zimmer gemietet.

109 Euro das ist für thailändische Verhältnisse schon ein Wort, erst recht wenn man bedenkt, dass Chanthaburi ja keine Hochburg des Tourismus ist.

 

Auf der positiven Seite können wir festhalten, dass das Hotel mehr oder weniger nagelneu war, über einen sehr schönen, langgezogenen Pool verfügte und idyllisch direkt am Fluss und doch halbwegs zentral etwas am Stadtrand lag.

Das größte Plus zweifelsohne war das Suiten-Zimmer an sich - groß, modern und mit einer riesigen, teilüberdachten Dachterrasse mit schöner Aussicht über den Fluss hinweg und inkl. Liegen, Hängesessel, stimmungsvoller Beleuchtung und Whirlpool.

Wow, wirklich - insbesondere auf dieser Terrasse ließ es sich aushalten!

 

Für stolze 109 Euro pro Nacht hätten wir allerdings ein besseres Frühstück erwartet (das war schon sehr bescheiden) und einen, ja, seriöseren Umgang mit den Gästen.

Was ich damit meine, muss ich natürlich auch kurz erklären... - Unser Zimmer hatte ein Dachterrasse, war also schlussendlich sozusagen im obersten Stockwerk. Über uns gab es lediglich noch einen Konferenzraum. Eigentlich kein Problem..., wenn da nicht, ja, wenn da nicht das größtenteils sehr junge Personal des Hotels in unserer zweiten Nacht auf die Idee gekommen wäre dort im Konferenzraum, direkt über unserem Schlafzimmer, ab Mitternacht eine Karaoke-Party zu veranstalten! Könnten wir Thai sprechen, hätten wir locker mitsingen können - so laut war das!

Tja, was tun!?... Eigentlich wird ja empfohlen aufgrund des eher schüchtern-sanften, um nicht zu sagen gefühlt unterwürfigen, Gestus der Thailänder niemals laut und aggressiv aufzutreten, aber in dem Moment hatte ich die Schnauze voll... Ich habe mich angezogen, bin hochgestürmt und habe mit einem einleitenden "What the fuck!?" äußerst nachdrücklich für Ruhe gesorgt. Selten zuvor habe ich an die 10 junge Erwachsene so perplex erlebt...

Immerhin...- ab da war es mucksmäuschenstill.

Die Nacht war natürlich trotzdem ein wenig versaut und deshalb habe ich mich auch per E-Mail beschwert und um einen angemessenen Preisnachlass gebeten. Meine E-Mails wurden jedoch geflissentlich komplett ignoriert und das ist für ein so hochpreisiges Hotel schon wirklich sehr schwach. Und das meinte ich eben mit der fehlenden Seriosität im Gast-Management...

 

Nun ja, wie gesagt, davon abgesehen war das Suiten-Zimmer aber grandios:

Chanthaburi Küste - Hotel peggy's cove Resort

Die Provinz Chanthaburi ist im Provinzinneren von bewaldeten Bergen geprägt, reicht aber runter bis zur Küste voller Strände, Mangroven-Wälder u.s.w..

 

Mehr oder weniger direkt an einem dieser Strände, getrennt nur durch eine nicht viel befahrene Straße, liegt das ebenfalls nagelneue Peggy's Cove Resort.

 

Für erneut stolze 100 Euro pro Nacht inkl. Frühstück hatten wir hier ein Deluxe-Zimmer mit Zugang zu einem eigenen kleinen Pool gebucht.

 

Ohne Wenn und Aber... - die 100 Euro haben sich gelohnt, wir können Peggy's Cove wärmstens empfehlen!

 

Referenz für das Resort ist die kanadische Provinz Nova Scotia.

An jeder Ecke lässt sich der Bezug zu der kanadischen See-Provinz erkennen - liebevoll und schön ist mit Peggy's Cove am anderen Ende der Welt in Thailand ein Abbild eines kanadischen Fischerdorfs entstanden.

Die Anlage hat fast etwas von einem Themenpark.

Der gesamte Komplex ist von Wasserläufen und Holzstegen durchzogen, um die herum sich malerisch schön bunte Holzhäuser reihen.

Die Zimmer sind ebenfalls mit Auge fürs Detail eingerichtet - hell, stilvoll, mediterran im Shabby Style.

 

Ach, was schwärme ich hier mit Worten... - ich lasse einfach mal ein paar Bilder sprechen:

Auf dem Bild links oben seht ihr den schönen großen Pool in der Anlage und auf dem Bild links unten den kleinen Pool, der zu unserem Zimmer dazu gehörte und nur von unserer Terrasse aus zugänglich war.

 

Zum Resort gehört außerdem noch ein sehr schönes kleines Café namens Coffee Cove mit leckerem Kuchen.

 

Und wirklich jeder Angestellte im Resort war äußerst serviceorientiert und freundlich.

Mit einem der Gärtner habe ich mehrfach nette und durchaus auch ernsthafte (er teilte z.B. meine Sorge in Sachen Massentourismus und zunehmendem Verlust der Identität der Einheimischen) Gespräche geführt...

 

Kurzum - hier war wirklich alles liebevoll und das Geld wert!

 

 

Was Unternehmungen in der Umgebung angeht, musste man indes gewisse Abstriche machen, denn die Strände waren erneut eine Enttäuschung.

Das galt für den Strand direkt vor der Tür vom Resort, aber auch für alle anderen, die wir in den zwei Tagen hier gesehen haben.

Einmal mehr war es schon ein wenig herzzerreißend...

 

Auf der einen Seite schenkte einem das Meer solch schöne Impressionen:

Auf der anderen Seite sah es aber am identischen Strand gleichzeitig auch so aus:

Unbedingt einen Abstecher wert ist der "Khung Krabaen Mangroven Pfad"!

 

Ein großer Rundweg auf Holzstegen führt kostenlos durch einen beeindruckenden Mangroven-Wald und allgegenwärtig ist ein komisches Klick-Geräusch, erzeugt von den fast außerirdisch anmutenden Krebsen, die überall herum krabbeln:

Am Besten fahrt ihr schon frühmorgens zum Pfad, denn im Laufe des Tages kommen auch ganze Reisegruppen an und dann wird es a) ganz schön mühsam auf den schmalen Holzstegen die arg langsamen Reisegruppen zu überholen und b) wird es leider unangenehm laut, denn die Führer der chinesischen Reisegruppen benutzen leider allen Ernstes ein Megaphon...

Falls wir euch jetzt etwas Lust auf die Regionen Trat und Chanthaburi oder auf eines der Hotels gemacht haben, in unseren Vlogs gibt es mehr zu sehen von den Regionen und Unterkünften!

Schaut rein:

Und so war in der Summe der Plan für die letzte Woche aufgegangen...

Wir hatten abermals massiv umgeplant, wir hatten abermals ein wenig Geld zusätzlich in die Hand genommen...

Ziel des Ganzen war es mich zumindest ein wenig aus der geschilderten Negativspirale herauszubekommen und so die dreimonatige Reise doch mit überwiegend positiven Gefühlen abschließen zu können...

 

Mission geglückt!

 

Na ja...

Na ja, zugegeben... - während Stephie unmittelbar vor der Heimkehr noch immer das Gefühl hatte, dass es eigentlich schöner wäre, wenn es anstatt nach Hause einfach weiter auf der Reise gehen würde, hatte ich trotz der schönen letzten Woche das Gefühl, dass es jetzt einfach an der Zeit war nach Hause zu kommen...

 

Aber immerhin ging es auch für mich wieder aufwärts...

Während dieser letzten Woche gab es auch negative Momente (Stichwort "Karaoke-Party mitten in der Nacht über uns") und rund um diese Momente war ich unverändert übel angefressen, aber diese negativen Momente wirkten sich nicht mehr so allumfassend negativ aus. 

Es war mitnichten wieder so wie in der ersten Hälfte der Reise, als negative Erlebnisse umgehend wieder von den vielen und überwiegenden schönen Momenten komplett zugedeckt wurden, aber immerhin war es andererseits auch nicht mehr so wie zuletzt auf Ko Samet und Ko Chang als jedes negative Erlebnis tonnenschwer auf meinen Schultern lastete und ich die schönen Dinge kaum mehr wahrnehmen konnte.

 

 

Am Ende der drei Monate konnte auch ich wieder, wenn auch mit weniger Vehemenz als Stephie, sagen, dass ich diese Langzeit-Reise nicht missen möchte.

 

Unterschwellig erhalten blieb aber trotzdem eine gewisse Verunsicherung und Skepsis für zukünftige Reisen...

 

Ja, ich kann und muss zugeben, dass ich mir eine mehrjährige Weltreise nach diesem dreimonatigen Testlauf nicht mehr vorstellen kann.

Stephie würde das, glaube ich, gut packen, aber ich würde mich auf Dauer an all den negativen Aspekten (allen voran den Auswirkungen des Massentourismus und der Umweltzerstörung) zu sehr aufreiben und dadurch würde mir zu viel Kraft verloren gehen um das permanente Verlassen der eigenen Komfortzone (na ja, so Dinge wie mal längere Phasen ohne Internet auskommen müssen, nicht jedes Spiel meiner Sportteams sehen, nicht immer warm duschen und vernünftig vegan/vegetarisch essen können etc.) bewältigen zu können.

Am Ende des Tages können wir dann eben doch alle nicht aus unserer Haut...

 

Mit etwas Abstand werde aber bestimmt auch ich wieder hungrig auf neue Reise-Abenteuer sein!

Vielleicht erst wieder mit etwas Abstand, aber dann gewiss...

Eben nicht für mehrere Jahre am Stück, aber bestimmt auch wieder für ähnliche Langzeitreisen...

 

Es gibt noch viel zu entdecken auf dieser Erde...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0